Törnbericht Mallorca Ibiza 2018 Teil 2

Dieser zweite Teil des Törnberichts führt unsere Reise von Mallorca nach Ibiza und Formentera fort, bzw. beschreibe ich in diesem Post die zweite Woche und somit die Rückreise von Ibiza nach Mallorca. Die erste Hälfte vom Törnbericht habe ich in diesem Post beschrieben. Das Ganze ist vielleicht ein wenig lang geworden, jedoch sind zum einen die Erinnerungen so intensiv und wunderschön, dass ich sie auf jeden Fall aufschreiben muss und zum zweiten möchte ich gerne unsere Erlebnisse teilen, um ein paar Tipps zu hinterlassen.

Freitag, der 1. Juni 2018 – Von Eivissa über Las Salinas nach Cala Yondal

Am nächsten Morgen wollen wir neue Lebensmittel kaufen. Tatsächlich haben wir keine Ahnung, wo sich wollte nächste Supermarkt befinden könnte. Also öffnen wir Google Maps auf dem iPhone und geben „Supermarkt“ in das Suchfeld ein. Der nächste Supermarkt soll laut Google Maps circa 1,2 km von unserem Liegeplatz entfernt sein. Wir überlegen und tippen das gleiche in Apple Karten ein. Mit gleichem Ergebnis. Tatsächlich haben wir letztlich keine andere Wahl, als zu diesem Supermarkt zu gehen. Im Zeifel würden wir einfach ein Taxi rufen, welches uns wieder zum Bot bringen würde. Es ist ziemlich heiß. Hinzu kommt, das Sandra keine Flüssigkeit für Kontaktlinsen hat und somit erstmal ohne Kontaktlinsen mit mir geht. Also halten wir auch Ausschau nach einer Apotheke. Ich zumindest, da Sandra ja nichts sieht. Auf dem Weg zum großen in Eroski Supermarkt, begegnet uns ein kleiner Mini Markt. Da wir nicht unbedingt viele frische Lebensmittel brauchen, sondern vielmehr auf Wasser, Milch, Eier, Käse, Ein paar Knabbereien und vielleicht noch etwas Limonade und Bier aus sind und uns viel zu heiß ist, um noch bis zum Eroski zu laufen, kaufen wir einfach unsere nötigen Lebensmittel einfach hier.

Natürlich sind die Preise hier etwas höher als in einem gewöhnlichen Supermarkt, so dass auch dieser Einkauf mal eben wieder mit 80 € Euro zu Buche schlägt. Auf dem Rückweg kommen wir, nachdem Sandra schon zwei Mal eine Bordsteinkante übersehen hat, an einer Apotheke vorbei, in der Sandra nach Kontaktlinsenflüssigkeit fragt. Der Apotheker hat keine. Ich suche in meinem Kopf angestrengt nach Alternativen, allerdings fallen mir auf die Schnelle nicht zu viel ein. Genau genommen keine. Irgendwie möchte ich auch wieder aufs Wasser, allerdings wäre es schon schön gewesen, wenn Sandra etwas sehen könnte. Sandra sagt, dass das nicht so schlimm sei und dass im Zweifel auch ohne auskommen wird. Wir beschließen also, die Kontaktlinsenflüssigkeit in Ibiza Stadt zu kaufen, wenn wir dort sind und gehen wieder zurück zum Boot. In der Marina angekommen, stellen wir fest, dass es auch in der Marina einen kleinen Supermarkt gibt, der aber auch keine Kontaktlinsenflüssigkeit hat.. Meine Arme sind inzwischen ziemlich lang geworden und außerdem brauchen wir außer den gekauften Lebensmitteln keine weiteren, so dass wir diesen Supermarkt an der Marina nicht noch einmal besuchen, um dort etwas einzukaufen.

Wir bunkern unsere Lebensmittel und machen uns klar zum Ablegen. Vorher gehe ich noch schnell ins Marina-Büro, um das Strom-Adapterkabel gegen 100 € einzutauschen.

Auf dem Boot neben uns befindet sich bereits eine Reninigungs-Crew, die den Motorkracher blitzblank putzt. Wir fendern an der Seite zum Nachbarn ab was geht und machen alle Festmacher klar zum lösen. Sandra löst zuerst die Mooringleine vorne und lässt sie im Hafenbecken versinken und da wir Wind von Backbord haben, fiere ich die ich die Achterleine an Steuerbord, lasse sie aber noch für den Fall der Fälle liegen. Ich kuppele ein und lenke nach Backbord, sodass sich die Yacht langsam in diese Richtung bewegt. Da Sandra noch an der Seite schaut, dass alles abgefendert ist, fiere ich langsam die Backbord Achterleine. Alles sieht gut aus, jedoch droht der Wind uns nach Steuerbord in das Motorboot zu drücken, daher gebe ich etwas mehr Gas und lasse die Backbordleine, wie auch die Steuerbordleine durchrutschen.

Alles sieht gut aus, bis der Moment kommt, an den sich die Steuerbord Achterleine auf den letzten Zentimeter mit den groben Maschen der Leine am Seezaun verhakt, sofort auf Spannung kommt und wir gefühlt wie eine Blitz in Richtung Motorboot gezogen werden. Zum Glück soll das der einzige „Oh Shit“ moment auf unserer Tour bleiben. Ich kuppele aus, entwirre das Seil, Sandra fendert ab, ich bediene den Bugstrahler, kuppele ein und lege hart Backbord. Wir kommen frei, ohne einen Kratzer zu verursachen. Merke: Grobmaschige Leinen niemals unbeobachtet ausrauschen lassen.

Wir fahren aus dem Hafen von Eivissa hinaus aufs Meer in Richtung Cala Llonga und senden eine Textnachricht an Peter und Gina, um zu fragen, ob sie Lust dazu haben uns dort zu begegnen. Auf halber Strecke melden sich die beiden und schreiben, dass sie heute lieber nach Las Salinas fahren würden. Da wir Lust hatten, die beiden zu treffen, drehten wir die Tesoro und nahmen Kurs auf Las Salinas, wieder vorbei am Hafen von Eivissa.

Nach 2.5 Stunden Fahrt, gegen 15:00 kommen wir in Las Salinas an, ankern und lassen Champ ins Wasser. Es fährt ein Rib Schlauboot mit zwei offiziell gekleideten Damen auf uns zu. Die beiden fragen, ob wir auch schon gestern hier gewesen seien und machten uns darauf aufmerksam, dass wir wahrscheinlich etwas Posidonia zerstört hätten haben können. Genau konnten sie es aber nicht sagen, da die See gestern zu sandig gewesen wäre.

Ich versichere mehrfach, dass ich peinlichst genau darauf geachtet habe nicht Posidonia zu zerstören, bekomme noch etwas Infomaterial und werde frei gelasen. Die Damen verschwinden und wir bereiten uns weiter auf unseren Landgang vor, was wiedermal etwas dauert, da nicht alle notwenigen Utensilien an einem Platz sind. Handtücher, Corona, Sonnencreme, Schlüssel, Telefone, Geld und Flip-Flops müssen mit.

Champs Motor startet auf Anhieb und wir düsen los. Peter und Gina sind schon vor Ort und geben uns eine exakte Positionsbeschreibung, an der wir anlanden können. Wir holen Champ aus dem Wasser und breiten unsere Handtücher am Strand von Las Salinas aus. Dicht gefolgt von der Öffnung des ersten Corona des Tages. Kurze Zeit später verschwinden die Damen und kommen mit einer frischen Sangria vom Jockey Club wieder. Die Sangria ist ein Traum und auch durchaus bezahlbar.

Peter und ich philosophieren wie jedes Jahr im Sommer etwas über das nach wie or offene Projekt „Wohnung auf Ibiza“ und kommen zumindest schon mal so weit, dass wir eine gemeinsame Vorstellung von Preis und Göße haben. Hinsichtlich der Finanzierung haben wir immer noch keine Idee, aber die wird schon noch irgendwann kommen, denken wir.

Gegen 18 Uhr machen wir uns wieder auf in Richtung Tesoro, packen Champ wieder an Bord, lichten den Anker und fahren in Richtung Cala Yondal. Dieser Strandabschnitt ist vor allem bekannt für die beiden Clubs Blue Marlin Ibiza und Tropicana Beach Club. Gourmets kennen allerdings vor allem das Restaurant Es Xarcu, welches insbesondere für einen tollen Dinghi-Service bekannt ist.

Als wir ankommen, ist es kurz vor 20 Uhr und die Dämmerung setzt bereits ein. Um sicher zu gehen, dass wir auch einen Tisch im Restaurant bekommen, ruft Sandra kurz im Es Xarcu an. Es seien noch gnügend Plätze frei; wir sollen uns keine Sorgen machen. Wir duschen an Bord und machen uns mit Champ auf den Weg zum Restaurant.

Das Restaurant hat einen großen Außenbereich, der zu Beginn der Saison noch eine Art Zeltlandschaft ist, sodass der Wind nicht zu sehr nervt und man mit einer entsprechenden Fleece-Jacke genügend Wärme hat. Da die Preise durchaus einem Gourmet-Restaurant entsprechen und weil bei dieser Woche so langsam der Igel in meiner Tasche heraus kommt, entscheiden wir uns für eine Paella mit einer schönen Flasche Weisswein. Die Wahl ist genau richtig, denn die Paella schmeckt nicht nur super, sie ist auch genau das, was wir nach diesem Tag brauchen. Doch bevor die Paella überhaupt an unserem Tisch ankommt, fällt erst einmal der Strom im gesamten Restaurant aus.

Die Kellner statten den gesamten Außenbereich der Restaurants mit Kerzen aus, sodass es alles in Allem gedimmter, aber dafür auch extrem gemütlicher wird. Die Gäste unterstützen, indem sie ihre Lichter der Telefon einschalten und diese gegen die Wände richten. Es reicht aus, um eine schöne Atmosphäre herzustellen. Da der Ofen, bzw. der Herd der Küche mit Gas betrieben wird, macht der Stromausfal nicht ganz so viel aus. Lediglich das Kühlhaus wird wohl an diesem Abend etwas leiden.

Nach Paella und Wein überlegen wir noch einen Kaffee zu trinken, jedoch verwerfen wir aufgrund des Stromausfalls diese Idee schnell und bezahlen am Batterie-betriebenen Kreditkartengerät.

Auf dem Weg zum Dinghi begegnen wir ein paar kleinen Krebsen, die Sandra behutsam aus dem Weg räumt, da wir barfuß unterwegs sind. Wir setzen uns ins Dinghi, werfen den Motor an und fahren in die Nacht in Richtung Tesoro. Dort angekommen, gehen wir direkt ins Bett.

Samstag, der 2. Juni 2018 – von Cala Yondal über Es Cavallet nach Santa Eularia

Wir wachen auf und stellen fest, dass der Himmel an diesem Morgen bewölt und die See ziemlich aufgewühlt ist. George Solar, ein befreundeter DJ, der auf Ibiza und Formentera lebt, legt heute im El Chringuito Es Cavallet auf. Da ich diesen Beach Club schon immer mal sehen wollte, entscheiden wir uns direkt dort hin zu fahren. Das ist zwar etwas zick-zack im Sinne unserer Umrundungs-Route, allerdings haben wir durch die beiden Landratten Peter und Gina, die wir gerne sehen wollten, ohnehin in Kauf genommen, einige Strecken mehrfach zurück zu legen.

Gegen 11 lichten wir  den Anker und fahren los. Da der Wind heute überschaubar ausgeprägt ist und wir gerne auch schnell am Ziel ankommen wollen, fahren wir ausschlißlich unter Motor, wieder vorbei an Las Salinas und durch Freu Petit. Vor dem El Chringuito Es Cavallet ist das Meer zwar zielich seicht, aber eben auch wieder mit einer Menge Posidonia bestückt, auf der ich nicht ankern möchte. Da der Wind aus Süden kommt, schaukelt die Tesoro etwas stärker als sonnst, sodass es Sandra nicht unbedingt perfekt geht und sie sich hinlegt. Ich fahre noch ein wenig umher und suche einen guten Ankerplatz, bis ich schließlich einen finde.

Wir ankern gegen 12:30 und fahren mit Champ zum Beachclub. Auf halber Strecke geht der Außenborder aus, sodass ich beginne kurzerhand zu paddeln. Da wir schon nun ein paar mal mit dem Dinghi durch die Gegend gefahren sind, mutmaße ich, dass der Sprit ausgegangen ist. Wir ziehen Champ an Land und gehen zum Bachclub, wo wir uns einen Tisch suchen. Der Club ist total ausgebucht, sodass wir noch eine Ecke eines Lounge-Tisches bekommen, an der wir zu Mittag essen können.

Ich bemerke, dass nicht mein Kumpel George, sondern jemand anderes hinter den CD-Playern steht und checke noch einmal die Nachricht von George, in der steht, dass er erst am Abend da sei. Na, da haben wir uns wohl dieses mal verpasst.

Sandra bestellt Insalata Caprese und ich eine Bruschetta. Dazu ein köstliches Corona. Wir geniessen das Treiben an der Strandbar, welche ich uneingeschränkt empfehlen kann. Eine kleine Einschränkung gibt es vielleicht doch. Der Geldbeutel sollte auf Mahlzeiten nördlich der 20 Euro Marke eingestellt sein.

Nach zwei Stunden entscheiden wir uns wieder zurück zum Boot zu fahren, bzw. zu paddeln, da Peter und Gina sich entschieden haben in die Cala Llonga zu fahren. Während ich paddele, gibt Sandra die Richtung vor. Innerhalb von 5 Minuten kommen wir wieder an der Tesoro an und fahren in Richtung Cala Llonga, wo wir dann auch um 16 Uhr ankommen.

Da der Wind aus Süden kommt, wird das Wasser in die gleiche Richtugn getrieben. Mit dem Wasser werden in der Regel auh dessen schwimmende Meeresbewohner in die gleiche Richtung getrieben, was bedeutet, dass an den Buchten mit einer südlichen Öffnung die Tore weit offen für Quallen sind. Als wir in Cala Llonga ankommen, sehen wir auch gleich ein paar Exemplare davon und entscheiden uns an diesem Tag nicht mehr ins Wasser zu springen. Statt dessen lassen wir Champ zu Wasser, sodass ich die beiden vom Strand aufs Boot abholen kann.

Wir genießen noch den Nachmittag im Cockpit des Schiffes. Danach bringe ich unsere beiden Gäste wieder an Land, hiefe Champ auf die Tesoro, um dann in Richtung Santa Eularia zu fahren. Kurz vor dem Hafen spielen wir das übliche Fender-raus und Festmacher-klar Spiel und sind bereits 20 Minuten später in der Hafeneinfahrt, wo man uns bittet längsseits an der Tankstelle festzumachen. Ich nutze die Gelegenheit, um kurz zu tanken.

Wir bekommen den gleichen Liegeplatz wie beim letzten Mal, jedoch liegt nun noch eine weitere Yacht auf der anderen Seite des Platzes. Als wir anfahren sehen wir, dass die Lücke so aussieht, als waäre sie maximal 3.5meter breit. Darüber hinaus hat die neue Yacht vorwärts festgemacht, da sie hinten quer ein Dinghi montiert hat, dessen Außenborder auch noch in unsere Parkbucht ragt. Ich prüfe den Wind und setze an. Da es nicht zu passen scheint, breche ich ab, drehe einen Kreis und setze erneut zum einparken an. Sandra kümmert sich darum, dass die Fender der anderen Boote dort sind, wo sie sein sollen. Unsere haben wir an Deck gelassen, um uns nocht zu verheddern. Gefühlt drücken wir mit der Tesoro die Nachbarn kräftig zur Seite und schieben uns in die Parkbucht. Die Nachbarn an Backbord sind zur Stelle und helfen bei der Einfahrt die Backbordseite abzufendern. Der Marinero-Azubi läasst als erstes den ihm zugeworfenen Festmacher wieder ins Wasser gleiten. Da die Tesoro allerdings ohnehin nahezu eingeklemmt ist, macht das aber wenig.

 

Um 19:20 sind wir endlich fest und bereiten uns auf den Abend vor. Gegen 20 Uhr holen uns Gina und Peter mit dem Auto ab, da wir heute Abend im C’an Pilot etwas essen wollen. Das Steak-Haus ist unter den Einheimischen berüchtigt für eine sehr gute Qualität zu einem angemessenen Preis. Hier ist nichts super-posh, sondern eher so, wie man sich ein gutes spanisches Steakhaus vorstellt. Da es in der Mitte von San Rafael ist, bezahlt man auch nicht für einen Meerblick, da dieser einfach nicht vorhanden ist. Das Essen ist umso besser.

Nach dem Abendessen setzen uns die beiden wieder in der Marina von Santa Eularia ab und wir gehen zur Yacht. Dort gibt es noch einen kleinen Gin-Tonic, um den Abend gebürtig ausklingen zu lassen.

 

 

 

Sonntag, der 3. Juni 2018 – von Santa Eularia nach San Antonio

Mit 34 Seemeilen steht uns an diesem Tag wohl die längste Fahrt im Rahmen der Ibiza-Umrundung bevor. Wir haben vorher eine Menge Altenrativen durchdacht, sind aber zu keinem besseren Plan gekommen. In dieser Nacht in einer Bucht zu bleiben war für uns keine Alternative und der Hafen von Eivissa barg das Risiko voll zu sein und hinzu kommt, dass wir nun bereits im Juni sind und somit die Preise noch einmal angezogen haben. Für unsere Yacht hätten wir nun – in der Hauptsaison 180 € die Nacht bezahlt.  Santa Eularia lag mit 70 € bei weniger als die Hälte des Preises.

Die Fahrt rüber nach San Antoino ist wunderbar. Hier und da anfangs etwas kühl, allerdings kommt dann die Sonne heraus, sodass es wärmer wird. Der Wind schläft hier und da ein, sodass wir und entscheiden den Motor zu starten und in Teilen diese Strecke unter Motor zu absolvieren. Wir fahren also wieder durch Freu Petit, vorbei an Las Salinas, Cala Yondal und dann dem Highlight Es Vedra. Dieser Felsen zieht mich seit Jahren an und wird seine Anziehungskraft wohl auch nicht verlieren. Bei Anziehungskraft fällt mir ein, dass der Sage nach keine Flugzeuge über diesen Hügel fliegen, da das Magnetfled von dort wohl sehr stark sei. Ob es stimmt, habe ich nie nachverfolgt.

Wir kommen in San Antonio bei BFT4 von der Seite an und funken den Marinero an. Der sagt, dass er gerade beschäftigt sei, sodas wir noch ein paar Runden im Hafenbecken drehen. Nach gefühlten 15 Minuten meldet sich der Gute und weist uns einen Liegeplatz zu. Ich bin schon mal in San Antonio angelegt und habe mich schon mal mit diesem fiesen Wind von der Seite auseinander gesetzt. Also erst gegenan, um dann rückwärts zügig in die Box zu kommen, ca mit 60°, sodass der Wind den Bug des Bootes herum zieht. Dann schnell die Mooring ran ziehen und die Luv-Leine am Heck anbringen. So der Plan.

Wir sind nicht 100%ig so schnell, wie wir es wollten, allerdings sagt der Marinero, dass wir das wohl öfter machen würden, sodass wir mit unserem Ergebnis sehr zufrieden sind. Da sind wir nun. Mein DJ-Kumpel George sagte mal, dass San Antonio für ihn „bei den Orks“ bedeutet, wohl weil hier viele betrunkene Engländer sind. Was Engländer mit Orks zu tun haben, weiß ich nicht. Ich möchte zum Hafenbüro und stelle fest, dass es auf der anderen Seite des Hafens ist. Zwischen mir und dem Büro gibt es eine Menge Wasser. Ich funke daher noch einmal den Marinero an und bitte um eine kleine Überfahrt, die ich auch schnell bekomme. Mit 76,- € war San Antonio ebenfalls noch im Bereich des bezahlbaren. Da wir am Montag ins Ushuiaia zu David Guetta wollen, buche ich direkt zwei Nächte.

Der Marinero ist verschwunden, daher trete ich den rückweg zu Fuß an. Sandra hat sich in der Zwischenzeit schon auf dem Boot geduscht. Als ich ankomme, ist sie bereits fertig, sodass ich eben schnell unter die Dusche springen kann.

Cafe Mambo mit Moscow Mule

Wir essen noch eine Kleinigkeit auf der Tesoro und gehen in Richtung Cafe del Mar. Wir waren noch im März diesen Jahres hier und haben uns die Meile mit Cafe del Mar und Cafe Mambo im leeren Zustand angesehen. Als wir ankommen, platzt die Szenerie aus allen Nähten. Wir bestellen uns zwei Moscow Mule und machen es uns im äußeren Bereich der Terasse gemütlich, während die Sonne langsam im Meer versinkt.

In Hintergrund wird die Musik zunehmend lauter und die Gäste tanzen zunehmend ausgelassener. Wir schauen uns weiter, bei einem weiteren Moscow Mule an, wie die Sonne untergeht und gesellen uns noch ein wenig zu den tanzenden Leuten vor dem Cafe Mambo.

Zu späterer Stunde gehen wir langsam zurück zur Yacht, trinken in unserem Cockpit noch einen Absacker und gehen dann ins Bett.

 

 

Montag, der 4. Juni 2018 – Landgang

Kaum zu fassen aber wahr. Es gibt kaum Charter-Crews, die sich so etwas leisten. Einen GANZEN TAG an Land, ohne auch nur eine Seemeile zu fahren. Das war unser Plan. Und nun setzen wir ihn um. Nach dem obligatorischen Frühstück und der Dusche im Duschhaus, welches im Übrigen sehr gepflegt war, packen wir unsere kleine Tasche und gehen in Richtung Busbahnhof.

Dort angekommen, stellen wir fest, dass der Bus nach Eivissa in 5 Minuten abfahren soll, kaufen daher schnell die Tickets und laufen in Richtung Bus. Gefühlt eine Minute später geht die wilde Fahrt auch schon los. Der Bus platzt aus allen Nähten und wir fragen uns, wie es wohl im Hochsommer aussehen und vor allem riechen wird, denn nicht jeder, der mit diesem Bus mitfährt, hat sich an diesem Morgen frisch geduscht. Eine gute halbe Stunde später kommen wir in Eivissa an und gehen als erstes in eine Apotheke, um uns dort mit einigen Notwendigkeiten wie Kopfschmerztabletten einzudecken.

Danach gehen wir in den Ushuiaia-Store, um für die daheimgebliebenen ein paar Artikel käuflich zu erwerben. Während es in diesen Tagen auf See recht frisch ist, kommt es uns in der Innenstadt extrem warm vor. Wir gehen noch durch ein paar Läden und kontaktieren langsam Gina und Peter, mit denen wir uns später vor dem Ushuiaia treffen wollen. Wir verabreden, dass wir mit einem Bus dorthin fahren und die beiden mit dem Auto aus Cala Vadella direkt dorthin kommen. Der Bus, in dem wir fahren, ist de-facto schrottreif. Zumindest klingt er so. In Angst und Bange, dass die Kiste uns jede Sekunde um die Ohren fliegen wird, fahren wir in Richtung Ushuiaia. Da Gina und Peter noch nicht vor Ort sind, gehen wir erst einmal in Richtung Strand, um es uns an der strandseitigen Bar des Ushuiaia gemütlich zu machen und nicht zuletzt, um noch ein Getränk zu uns zu nehmen.

Peter und Gina kommen ein paar Minuten später. Die Zwischenzeit nutzen wir, um den lokalen Ushuiaia Store zu plündern. Danach gehen wir noch etwas in einem der umliegenden Läden essen. Das Ganze ist zwar eher Junk-Food artig, aber alles in Allem genau das Richtige zur Vorbereitung auf diesen Abend. Sandra nutzt die Gelegenheit, sich in dem Restaurant noch umzuziehen und frisch zu machen. Unsere gekauften und mitgebrachten Sachen bringen wir noch eben zum Auto von Peter und Gina. Die beiden haben die Karten für uns mitgekauft, sodass wir direkt in Richtung Ushuiaia laufen können.

Das Line-Up klang mit LOVRA, Jax Jones, Jonas Blue und natürlich David Guetta sehr gut. Es war das 2018er opening der David Guetta BIG Partyreihe. Da wir ziemlich früh dran sind, bekommen wir auch alle DJs direkt mit. LOVRA macht den Start mit gemäßigten Klängen, die sehr schön für den Nachmitag sind. Jax Jones steigert das Ganze und bringt gute Laune und eine tolle Hintergrund-Show mit. Jonas Blue hingegen hat nicht mehr zu tun, als ins Mikrofon irgend einen Nonsens zu rufen und Selfies von sich und Publikum zu machen, während die Musikauswahl alles andere als toll ist. Da wir für drei Bier und ein Wasser, also eine Runde für alle, jeweils 50 € bezahlen, können wir uns bei Jonas Blue nicht mal betrinken, sondern lassen es über uns ergehen. David Guetta erlöst uns dann von Jonas Blue mit einer richtig tollen Show. Es ist atemberaubend zu sehen, wie dier 51-jährige, der schon alles mögliche in seinem Leben gesehen hat, einen enormen Spaß mitbringt und zweieinhalb Stunden abgeht. Sicher ist das Set voll durch gescriptet und sicher kann man sagen, dass 50€ Eintritt pro Nase teuer sind, allerdings war die Show der Kracher, die Musik toll, die Gäste grundsätzlich friedlich und die Atmosphäre genial. Sandra hat vor allem Spaß an den direkt über uns fliegenden und zur Landung ansetzenden Flugzeugen.

David Guetta überzieht um eine halbe Stunde, schaltet dann aber den Laden aus. Wir gehen noch einmal zurück in die Bar, in der wir zuvor schon etwas gegessen haben, um dort noch etwas zu trinken. Mit uns gefühlt das halbe Ushuiaia. Danach fahren uns Gina und Peter zurück nach San Antonio, wo wir zurück auf die Tesoro gehen. Bei der Verabschiedung besprechen wir noch, dass wir noch einen gemeinsamen Abend auf der Tesoro mit allen verbringen wollen. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegen wir noch kurz im Cafe del Mar vorbei zu schauen, allerdings sagt uns der Gesamtzustand des Körpers schnell, dass wir besser ins Bett gehen, was wir dann auch tun.

Dienstag, der 5. Juni 2018 – Von San Antonio zur Cala Bassa

Wir stehen auf, machen Frühstück und gehen duschen. Wir schreiben kurz Gina und Peter an und fragen, ob sie noch gut nach Hause gekommen sind und ob sie Lust haben uns in Cala Bassa zu besuchen. Danach gehen wir noch einmal kurz nach San Antonio, um Zeitschriften und Kleinigkeiten zu kaufen. An diesem Dienstag ist das Wetter irgendwo zwischen Regentropfen und Wolkendecke eingestellt. Da wir von Gina und Peter nichts hören, legen wir ab und fahren in Richtung Cala Bassa. Auf dem Weg dorthin melden sich die beiden und sagen, dass sie vorbei kommen. Wir freuen uns und setzen Kurs auf Cala Bassa.

Die Cala Bassa ist ein kleines Highlight auf Ibiza, da die Bucht so gut wie immer sauber ist, man überall mit Musik beschallt wird, es ein ausgiebiges, aber nicht zu teures Angebot an Speisen und Getränken gibt und der Strand extrem gepflegt wird. Wir suchen uns einen Ankerplatz, bei dem wir keine Posidonia beschädigen und lassen den Anker fallen. Dann entspannen wir etwas im Cockpit und warten auf Gina und Peter, die ich kurze Zeit später melden. Wir fahren mit Champ an Land und begrüßen die beiden im Cala Bassa Beach Club. Da Gina noch etwas in der Stadt einkaufen möchte, bleiben wir im Nachmittag auf der Tesoro und geniessen das mittlerweile schöne Wetter. Neben uns ankert ein Kamaran, der mit einer Crew aus Italien unterwegs ist, welche ziemlich laut Musik durch die Bucht dröhnen lässt. Wir gehen noch ein wenig Schnorcheln und schwimmen durch die Bucht. Am Abend fahren wir mit Champ zur italienischen Crew rüber, quatschen über Gott, die Welt, Segelerlebnisse, ibizenkische No-Go’s, Unterschiede von Landurlauben versus Segelurlauben, die Preise auf Ibiza und unsere weiteren Pläne für’s Leben. Es war ein ausgelassener und sehr entspannter Abend. Wir lassen den Abend dort aus klingen und fahren wieder zurück zur Tesoro.

Mittwoch, der 6. Juni 2018 – Von Cala Bassa über Benirras nach Portinatx

Am Morgen wache ich gegen 6 Uhr auf und gehe ins Cockpit. Es ist noch sehr trübe an diesem Morgen und doch sehe ich als erstes, wie ein Traktor über den Sandstrand fährt und diesen reinigt und begradigt. So bleibt das Strand also sauber! Ich hole die kleine Mavic aus dem Salon und beginne ein paar Aufnahmen mit der Drohne zu erstellen. Auch an diesem Morgen ist es noch sehr bewölt, aber man merkt, dass es heute etwas wärmer werden soll auch wenn ein paar Regenschauer voraus gesagt wurden. Wir frühstücken in Ruhe und lichten langsam den Anker, um uns auf in Richtung Benirras zu machen. Langsam merken wir, dass unsere Reise wieder in Richtung Heimat führt. Wir werden auf Ibiza keinen weiteren Hafen mehr anlaufen und befinden uns nun auf der Nordseite der Insel. Gina und Peter haben sich auch schon gemeldet und freuen sich auf einen gemeinsamen Nachmittag und Abend mit uns.

Die Reise nach Benirras dauert ca zwei Stunden. Gegen 13 Uhr kommen wir dort an und werfen den Anker aus. Entgegen der vielen Fotos und Berichten über diesen Ort, finden wir es zumindest an diesem Tag überschaubar toll und entscheiden uns nach Rücksprache mit der Land-Crew eine Bucht weiter nach Prtinatx zu fahren. Das Ganze hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist Portinaty größer und sieht etwas schöner aus. Zum zweiten sparen wir uns knapp 5 weitere Seemeilen für Donnerstag, wo wir ja von Ibiza wieder zurück nach Mallorca übersetzen wollen.

Also lichten wir wieder unseren Anker und fahren los. Eine knappe Stunde später sind wir auch schon vor Portinatx. Wir suchen den perfekten Standort und werfen den Anker wieder aus. Es ist noch einmal Zeit, um Champ ins Wasser zu lassen und mit ihm an Land zu fahren. Sandra wollte noch einmal schnell in einen Supermarkt, um genügend Vorräte für unsere Gäste zu haben. Während dessen warte ich am Strand auf zwei Urlauber aus Cala Vadella. Als Gina und Peter eintreffen, beginnt es direkt zu regnen. Wir stellen uns beim Tretbootverleih unter und warten ein paar Minuten auf Sandra. Als wir komplett sind, fahren wir im Regen zurück zur Yacht, wo wir als erstes das Bimini öffnen, um etwas Schutz vor dem Regen zu haben. Das Micro Gewitter zieht gemäß meiner App direkt über uns drüber und soll eine gute halbe Stunde anhalten. Es überzieht die Zeit ein wenig, zieht dann aber ab.

Wir öffnen das Bimini und starten mit einem kleinen Snack in den Tag, da wir alle etwas hungrig sind. Danach holen wir alles heraus, was man zum schnorcheln, schwimmen und ins-wasser-springen alles gebauchen kann. Inclusive dem Spi-Fall, an dem ich ein paar Sprung-Übungen versuche. Der Nachmittag ist herrlich, da die Bucht durch den vorher gegangenen Regen ziemlich leer ist und somit so gut wie niemand in unsere Nähe kommt. Die Sonne ist mittlerweile wieder extrem warm und die Wolken weg.

Gegen Abend bereiten wir ein Abendessen vor und geniessen dieses im Cockpit. Sandra bereitet die Kabine für unsere Gäste vor, damit diese zu späterer Stunde ein bezogenes Bett vorfinden. Wir lassen den Abend bei jeder Menge Musik und guter Laune ausklingen und gehen ins Bett.

Donnerstag, der 7. Juni 2018 – Von Portinatx nach El Arenal

Der nächste Morgen beginnt früh für uns, da ich die Tesoro gemeinsam mit Sandra schon mal so weit es geht fertig für die Überfahrt machen möchte. Unsere Gäste schlafen noch. Wir bereiten unsere Kabine schon mal vor und beginnen damit auch schon die ersten Dinge wieder in Taschen zu verräumen. Es fühlt sich nach Abschied an. Na, es wird auch Abschied sein. Gina und Peter stehen auf und wir nehmen ein gemeinsames, wie auch schnelles Frühstück zu uns. Da es an diesem Morgen etwas schaukelt, wird Gina etwas übel, sodass ich die beiden schnell mit Champ an Land bringe. Es soll meine letzte Fahrt mit ihm sein. Ich verabschiede die beiden am Strand und fahre wieder zurück. Am Boot heben wir gemeinsam den Motor vom Dinhgi und befestigen ihn wieder an der Reling. Danach holen wir Champ aus dem Wasser und befestigen ihn sicher an Bord. Nun heisst es Anker lichten und Segel setzen, was wir auch direkt tun. Als letztes passieren wir den Leuchtturm an der Nordspitze der Insel. Wir halten direkt Kurs auf El Arenal. Zwischendurch korregieren wir den Kurs zwei Mal, da der Drift des Windes uns ein wenig versetzt. Wir kommen unter Segeln perfekt voran und benötigen für die 65 Seemeilen nur knapp 10 Stunden. Die 10 Stunden nutzen wir, um noch einmal die Sonne zu geniessen, um nach Delphinen Aussschau zu halten (die wir wieder nicht gesehen haben) und um ein paar Fähr- und Container Schiffe zu bewundern. Die See ist weitestgehend flach und der Wind bläst uns am Ende von achtern voran. Wir entspannen an Deck. Um das Rauschen des Meeres besser hören zu können, setzen wir uns an den Bug und lassen die Beine außenbords baumlen. Es ist herrlich.

Kurz bevor wir in El Arenal ankommen, nutzen wir die Gelegenheit an Bord noch einmal zu duschen. Natürlich nehmen wir die Heck-Dusche, da uns beiden ohnehin niemand zusieht. Dann geht es langsam aber sicher in den Hafen. Da wir uns nicht beim Hafenmeister angekündigt haben, hat er den Charter-Steg mit anderen Booten belegt. Wir fahren erst zur Tankstelle, um die Tesoro zu betanken. Dann geht es zu unserem letzten Einpark-Mannöver, welches trotz einer frischen Brise einwandfrei gelingt.

Am Abend ziehen wir durch El Arenal auf der Suche nach Nahrung. Vor der Nahrungsaufnahme führt mich Sandra durch die Höllenzone, vorbei an Megapark, Bierkönig und anderen speziellen Einrichtungen. Hier finden wir zwar genug zu trinken, aber nichts zu essen. Empfohlen wurde uns das Restaurant direkt am Hafen, welches allerdings geschlossen hat. Als Alternative empfehlen alle ansatzweise vertrauenswürdigen Personen und auch Tripadvisor das Casa Aurelio, allerdings schliessen die gerade, als wir ankommen und empfehlen uns das Casa do Pulpo. Das Essen im Casa do Pulpo ist grundsätzlich gut und vor allem günstig. Die Sangria ist dagegen nicht zu empfehlen. Wir essen eine Seafood-Platte und begeben uns wieder in Richtung Marina, wo wir final ins Bett fallen.

 

Freitag, der 8. Juni 2018 – Landgang in Palma und Abflug

Am Morgen frühstücken wir ein letztes Mal an Bord und räumen unsere Taschen zusammen, wie zugleich das Boot leer. Andreas kommt, um mit uns die Übergabe zu vollziehen. Wir dürfen unsere Taschen noch an Bord lassen, um noch einmal nach Palma zu fahren, da unser Flug erst am Abend geht.

Andreas erklärt uns noch die Busverbindungen, bevor wir uns auf den Weg machen. Wir haben Glück, denn der Schnellbus kommt genau in dem Moment, in dem wir an der Haltestelle ankommen. Knapp 30 Minuten später sind wir mitten in Palma. Günstiger und schneller wäre es mit einem Auto auf keinen Fall gewesen. Wir ziehen ein wenig durch die Gassen, trinken noch einen Aperol-Spritz im Cappuchino Gand Cafe und erfreuen uns dem schönen Wetter.

Bei der Rückfahrt haben wir den Schnellbus verpasst, nehmen dann aber den zweitschnellsten Bus, nachdem wir erst fälschlicherweise in den Bus eingwstiegen sind, der an jeder Gießkanne hält. Auch der zweitschnellste Bus bringt uns innerhalb von 45 Minuten wieder zurück nach El Arenal, wo wir aus der Marina heraus ein Taxi rufen lassen, um dieses mit unseren Taschen zu bepacken.
 
 
 
 
 
 
 
 

Abflug nach Düsseldorf

Mallorca von ObenEin grauer Nebelschleier legt sich über Mallorca. Man kann nicht einmal von S’Arenal gut auf die andere Seite der Bucht schauen, so sehr ist die Luft mit Wasser gesättigt. Es ist extrem diesig. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 90%. Bei einer Außentemperatur von 27’C. Wir packen unsere Taschen ins Taxi und fahren zum Flughafen von Palma de Mallorca. Dort angekommen gibt es noch einige Irritationen hinsichtlich der Check-In Gates, da wir zwar Ryanair gebucht haben, aber mit Laudamotion fliegen. Letztlich sitzen wir dann doch wieder in einer Ryanair Maschine, aber wen stört das schon. Die Maschine kommt unpünktlich und fliegt auch wieder unpünktlich ab, was dazu führt, dass wir unpünktlich in Düsseldorf ankommen. In Düsseldorf werden wir abgeholt. Alex begrüßt uns mit einem Helium Luftballon, auf dem „welcome home“ steht. Unser schwimmendes Zuhause der letzten zwei Wochen haben wir abgegeben. Nun geht es wieder zurück an die Arbeit und in den Alltag. Das macht aber nichts, denn hinter uns liegen zwei ereignisreiche, wie herrlich berührende Wochen.

Törnbericht Mallorca Ibiza 2018 Statistik, Links und Informationen

Wer den Törnbericht komplett gelesen hat, weiß, was uns alles passiert ist. Es war eine wundervolle Reise von Mallorca nach Ibiza über Formentera und zurück über zwei Wochen, die wir sehr genossen haben. Für Interessierte, die ebenfalls einen solchen, oder ähnlichen Törn planen, habe ich in diesem Beitrag etwas Statistik, Preise, Informationen und Links zusammengefasst.

Hier geht es zum ersten Teil des Törnberichts

Hier geht es zum zweiten Teil des Törnberichts

Gefahren sind wir mit der Tesoro, einer Bavaria 40 von Iris Yachtcharter, die wir über das Adriatic Sailingteam gebucht haben. Die Yacht war in einem einwandfreien Zustand, neuwertig und in einem tollen Wartungszustand. Die Basis hat uns unterwegs immer mal wieder mit Hinweisen zu Wetterverhältnissen informiert. Der Service war einwandfrei und der Dinghi-Motor funktionierte immer, wenn man ihn richtig bedient hat.

Länge: 12.35, Breite: 3.96m, Tiefe: 1,69m

Marinapreise Ibiza und Mallorca

Hafen Monat Preis
Puerto Portals Mai € 95,00
Port d’Andratx Mai € 48,62
Santa Eularia Mai € 63,00
Ibiza Nueve Mai € 120,00
Santa Eularia Juni € 63,00
San Antonio Juni € 77,59

Strecken und Zeiten unseres Törns von Mallorca nach Ibiza und zurück

Datum Start Startzeit Ziel Zielzeit Strecke Plot Beschreibung
26.05.2018 El Arenal Mallorca 17:08 Puerto Portals Mallorca 20:02 10,3 NM Segeltörn Abendessen im Spoon
27.05.2018 Puerto Portals Mallorca 12:46 Port d’Andratx Mallorca 17:50 21,1 NM Abends Essen bei Freunden
28.05.2018 Port d’Andratx Mallorca 09:02 Santa Eularia Ibiza 21:27 63,5 NM Übernachten im Hafen von Santa Eularia
29.05.2018 Santa Eularia Ibiza 13:13 Cala Llonga Ibiza 13:34 2,5 NM
29.05.2018 Cala Llonga Ibiza 17:27 Talamanca Ibiza 20:04 4,9 NM Abendessen im Fish Shack und Drinks im Sa Punta
30.05.2018 Talamanca Ibiza 12:35 Cala Pujols Formenera 15:29 13,8 NM
30.05.2018 Cala Pujols Formentera 17:23 Platja de Llevant Formentera 18:02 2,2 NM Abendessen im Es Moli del Sal
31.05.2018 Platja de Llevant Formentera 12:07 Las Salinas Ibiza 14:54 13,4 NM Mittags Imbiss im Jockey Club
31.05.2018 Las Salinas Ibiza 17:10 Marina Ibiza Nueve 19:49 8,0 NM Abendessen im Number 5 Ibiza
1.6.2018 Marina Ibiza Nueve 12:24 Las Salinas Ibiza 14:50 11,4 NM Sangria aus dem Jockey Club
1.6.2018 Las Salinas Ibiza 18:47 Cala Yondal Ibiza 19:37 4,8 NM Abendessen im Es Xarcu
2.6.2018 Cala Yondal Ibiza 11:16 Es Cavallet Ibiza 12:38 7,3 NM Mittags-Snack im El Chiringuito
2.6.2018 Es Cavallet Ibiza 14:20 Cala Llonga Ibiza 15:50 9,5 NM
2.6.2018 Cala Llonga Ibiza 17:44 Marina Santa Eularia Ibiza 19:20 2,5 NM Abendessen im C’an Pilot
3.6.2018 Marina Santa Eularia Ibiza 12:55 Marina Puerto Deportivo Sant Antoni de Portmany 18:15 34,0 NM Sonnenuntergang im Cafe Mambo
5.6.2018 Club Nautico San Antonio Ibiza 12:36 Cala Bassa Ibiza 13:13 2,9 NM Mittags-Snack im Cala Bassa Beach Club
6.6.2018 Cala Bassa Ibiza 10:53 Cala Benirras Ibiza 12:57 13,8 NM
6.6.2018 Cala Benirrás Ibiza 13:08 Cala Portinatx Ibiza 13:58 4,1 NM Abendessen auf der Tesoro
7.8.2018 Cala Portinatx Ibiza 10:40 El Arenal Mallorca 20:35 64,4 NM Abendessen in El Arenal
TOTAL 294,4 NM

Törnbericht Mallorca Ibiza 2018 Teil 1

Dieser Törnbericht soll Euch zum einen unsere Erlebnisse widerspieglen, wie auch ein paar Tipps zum Segeln und vor allem Geniessen zwischen Mallorca und Ibiza geben. Wir starteten am 26.5.2018 mit unserem bei IRIS Yachtcharter über das Adriatic Sailingteam gecharterten Segelboot, einer Bavaria 40, aus dem Jahr 2015 im Hafen von S’Arenal auf Mallorca.

Eigentlich war eine Reise zu viert geplant, jedoch sprangen ein paar Wochen vor Abreise die geplanten Mitsegler ab, sodass wir nur noch zu zweit waren. In der Kürze der Zeit konnten wir keine weiteren Mitsegler auftreiben, mit denen wir uns vorstellen konnten zwei Wochen auf einem Boot zu sein. Daher haben wir uns lieber dazu entschieden allein zu fahren, statt mit Fremden einen Törn zu verbringen.

Eine Reise zu zweit hat viele Vorteile, da man sich aufeinander konzentrieren kann und man sehr viel mehr für sich geniessen kann. Budgetär gesehen ist das Ganze jedoch ein ziemlicher Kraftakt, den ich mal wieder etwas unterschätzt habe. Aber dazu später mehr.

Wer nur eine Übersicht der Reise haben möchte, wird im Teil Statistik fündig und klickt auf diesen Link.

Freitag, der 25.5.2018

Bereits einen Tag dem geplanten Termin des Ablegens kommen wir auf Mallorca an, da wir in einem schönen Restaurant in Sandras Geburtstag hinein feiern möchten. Die erste Nacht verbringen wir im Hotel Gran Melia Victoria in der Nähe des Hafens von Palma de Mallorca. Nachdem wir am Hotel angekommen sind, bringen wir schnell unsere Koffer auf unser  Zimmer und brechen auf zum Lokal der Wahl, dem Forn in der Innenstadt von Palma. Zumindest war das unser Plan, da wir noch im Hotel ein Taxi haben rufen lassen. 10 Minuten später stehen wir noch immer in der Hotel Lobby. 20 Minuten später ebenso. Also entscheiden wir uns dazu auf die Straße zu gehen, um dort während wir den Weg ein Stück laufen, ein Taxi anzuhalten. Wir gehen auf gegenüberliegenden Straßenseiten, um kein Taxi zu verpassen. Schließlich winken wir, beziehungsweise jeder einzeln dem selben Taxi zu. Ich muss ja nicht beschreiben, zu wem der Fahrer fährt. Kurze Zeit später setzt er uns am Passeig Maritimo in Höhe des Forn ab.

Das Restaurant ist ein echter Kracher und einfach nur zu empfehlen. Pünktlich zum Geburtstag liefern sie natürlich auch ein mit Feuerwerk bestücktes Kuchenteil und ein Getränk. Wir stossen an und freuen uns über den schönen Abend. Auf einen weiteren Cocktail gehen wir nach dem tollen Abendessen ins gegenüberliegende Abaco, um uns in den Innenhof zu setzen. Dort ist  dann aber auch schon gegen 2 Uhr Schluss. Die Wärme, die einem noch um 2 Uhr Nachts auf Mallorca bereits im Mai begegnet, fühlt sich wunderbar an. Wir gehen in dieser schönen Wärme wieder zurück zum Hotel, biegen noch einmal falsch ab und finden dann aber doch unseren Weg. Sandra läuft sich während wir zum Hotel laufen direkt eine Blase, sodass sie schon mal barfuß unterwegs ist. Am Hotel angekommen, haben wir noch Lust auf ein Kaltgetränk, jedoch ist die Bar bereits geschlossen und das Hotel bereits im Mute-Modus. Daher gehen wir kurzerhand ins Bett.

Samstag, der 26.5.2018 – von El Arenal nach Puerto Portals

Segeltörn

Start 17:08
Ende 20:02
Dauer 2:53
Distanz 10.3 NM

“Heute ist Geburtstag” von Kapelle Petra dröhnt aus der mitgebrachten Ultimate Ears Megaboom. Wir duschen, verpacken wieder alle ausgepackten Kleidungsstücke in unsere Koffer und verlassen das Zimmer. Ich hatte bei der Buchung ein wenig Angst, dass das Gran Melia Victoria schon etwas in die Jahre gekommen sein könnte. Latent werde ich bestätigt, aber der Preis- / Leistungsverhältnis stimmt in diesem Hotel auf jeden Fall und das Attribut „abgeranzt“ kann man dem Hotel nun wirklich nicht geben. Unsere Koffer geben wir beim Concierge ab und gehen wieder in Richtung Santa Catalina, wo wir im Madeleine de Proust einkehren, um dort zu frühstücken. Danach besuchen wir die nebenan gelegene Markthalle, in der Sandra es nicht sein lassen kann sich ein Baiser-Ding mitzunehmen. Während ich nur diese Hartschaum-Zuckerbomben kenne, ist dieses Teil zu allem Überfluss noch weich und cremig. Eine Wonne. Das Weinangebot lassen wir wie es ist und können auch sonst überall widerstehen, da wir ohnehin noch in den nahegelegenen Supermarkt wollen, um dort alles notwenige für unseren Törn zu kaufen.

Schon zu Hause haben wir eine kleine “Buy me a Pie” Liste erstellt, um im Supermarkt nur noch alles in den Wagen werfen zu müssen. Wir laufen also rüber zum nahegelegenen Mercadona und kaufen ein, als gäbe es kein Morgen mehr. Man kann dort ziemlich gut .sehen, dass mehrere Chartercrews sich mit Lebensmitteln eindecken. Nachdem wir alles im Wagen haben und uns die Kassiererin um ein paar Euros erleichtert hat, gehen wir hinaus, um ein Taxi zu suchen. Sandra organisiert uns einen fahrbaren Untersatz, mit dem wir zum Hotel fahren, dort unsere Koffer ins Taxi laden und dann zum Yachthafen von El Arena fahren.

Der Taxifahrer erklärt uns während der Fahrt, dass er nur im Sommer Taxi fahren würde und im Winter Tennisunterricht gibt und dass Mallorca von Billigmietwagenanbietern überflutet wird, sodass zum einen sein Geschäft schlechter läuft und zum anderen die Touristen keine Ahnung haben, wie sie auf der Insel zu fahren haben. Dann erklärt er und noch, dass eine Taxilizenz auf Mallorca pro Jahr 40.000,00 € kosten würde. Na klar.

Wir kommen am Yachthafen an, kurz nachdem wir mitten durch El Arena gefahren sind. Ein interessantes Kontrastprogramm. Der Pförtner kann erst einmal mit IRIS Yachtcharter nicht so viel anfangen, jedoch kann ein Passant dankenswerterweise vermitteln. Ich finde das Büro des Verchartertes und bitte den Taxifahrer vor dem Büro anzuhalten, um dann dort auszuladen. Wir laden aus und ich ging ins Büro, um den wohl kritischsten Teil der Reise zu erledigen. Die Erledigung der Papiere ist insofern interessant, da ich am Tag der Abreise in Deutschland feststellte, dass meine Bootsführerscheine nicht dort waren, wo sie hätten sein sollen. Nachdem ich das Haus auf den Kopf stellte, gab ich auf und fuhr ohne sie zum Flughafen Düsseldorf. Ich telefonierte noch mit dem DSV in Hamburg und bat um ein FAX, welches bestätigen würde, dass ich im Besitz einer Fahrerlaubnis bin, jedoch wurde ich lediglich angeraunzt, dass man dort schon genug zu tun hätte und ich ja eine Kopie meines Führerscheins habe, welche ja mehr aussagen würde, als eine Bestätigung vom DSV. Ohne es im Detail juristisch ausführen zu wollen, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass das nicht stimmt. Zum Glück habe ich Kopien meiner Führerscheine erstellt, welche ich schon bei Buchung an IRIS Yachtcharter per Mail sandte. Somit fragt auch niemand mehr nach den Originalen. Übrigens haben sich die Scheine dann nach Ankunft zu Hause 3 Wochen später wieder gefunden. Ich hatte sie die ganze Zeit bei mir in meiner Brieftasche. Sie sind nur in ein Fach gerutscht, welches ich bis dato nicht kannte.

Ich unterschreibe alle notwendigen Papiere, nachdem ich unseren Ankunftstag um eine Woche nach hinten korrigierte, bezahle Kaution und Extras und gehe wieder nach draußen. Dort verlädt Sandra bereits mit Andreas, der für Iris die Wartung und Einweisung übernimmt, unsere Einkäufe in den Van. Ich helfe noch schnell alles zu verladen und folge den beiden, die mit dem Van zur Yacht fahren, dann zu Fuß.

Am Ende des Stegs liegt unsere Tesoro. Sie sieht so aus, als wäre sie in diesem Jahr noch nicht einmal auf See gewesen. Wir verladen das Notwendigste. Danach gibt mir Andreas eine extrem ausführliche Einweisung in die Benutzung der Yacht. Ich war sehr beeindruckt, habe ich in der Vergangenheit maximal eine Papier-Checkliste bekommen, die ich selbst abhaken durfte. Nach einer guten halben Stunde sind wir durch, sodass Sandra und ich die restlichen Einkäufe verladen können. Vorher holen wir kurz die Segel raus, um sicherzustellen, dass alles funktioniert. Wie verladen unsere Gegenstände und ich beginne damit die Yacht Geek-fähig zu machen, verlegte also ein paar USB Ladekabel, Stecker, Halterungen, Haken, Ösen und Elektronikzeug.

Dann sind wir auch nahezu fertig zum Ablegen. Die Festmacher sehen allerdings auch so aus, als wären sie noch im Winterschlaf und seit 2017 in exakt dieser Position, natürlich unterhalb aller anderer Festmacher, sodass wir erstmal mehrfach die Festmacher lösen und neu verlegen, sodass letztlich unsere Festmacher als oberste auf der Klampe liegen. Der Steuerbord-Festmacher ist eine extrem grobmaschige und zugleich störrische Leine, welche sich kaum verbiegen oder drehen lässt.

Dann ist es endlich soweit. Die Festmacher liegen auf slip an oberster Stelle auf der Stegklampe. Die Badeplattform ist oben. Der Landstrom ist abgekoppelt und wir bei bester Laune. Ich starte den Motor, lege den Gang ein und die Schraube drückt die Tesoro und somit auch uns nach vorn. Sandra löste die Mooringleine vorn, sodass wir nur noch achtern fest sind. Der Wind ist uns gnädig bei unserem ersten Ableger zu zweit und bleibt mal kurz weg. So können wir entspannt aus der Box fahren und Kurs auf die Bucht von Palma nehmen. Dieses tun wir dann auch sogleich und gleiten aus dem Hafen. Wir sind auf offener See. Wir drehen in den Wind, der nun wieder mit BFT3 weht und setzen Segel. Ein Traum.

In den kommenden Stunden fahren wir durch die Bucht von Palma nach Puerto Portals. Als wir dort ankommen ist nur noch ein Marinero zugegen, der uns einen Liegeplatz zuweist, an dem wir längsseits ohne Versorgung von Wasser, Strom oder sanitären Anlagen festmachen können. Da der Wind wieder nahezu eingeschlafen ist und darüber hinaus der Hafen sehr gut geschützt ist, legen wir extrem trivial an. Das war mal einfach.

Aus Palma hören wir ein lautes Hupen von einem der riesigen Kreuzfahrt-Schiffe, welches mit vielen Gästen offensichtlich ablegt. Ich hole meine Kamera und warte an den Wellenbrechern darauf, dass das Schiff endlich an mir vorbeifuhr. Meine Nautik-App sagte mir zuvor, dass das Schiff in Richtung Ibiza fahren würde, ergo an uns vorbei kommen muss. Sandra telefoniert während dessen mit ihrer Oma und checkt die letzten eintreffenden Geburtstags-Nachrichten. Die Sonne geht langsam unter, jedoch ist es alles in Allem ziemlich diesig. Das Schiff fährt ziemlich weit entfernt an uns vorbei, sodass man kaum etwas von dem Kahn sieht. Wir gehen duschen und bereiten uns auf einen schönen Abend vor.

Da wir Sandras Geburtstag gebürtig feiern wollen, machen wir es uns in einem der Restaurants, dem Spoon gemütlich. Das Essen dort ist – wie in jeder Gastronomie in Puerto Portals – überteuert, aber sehr gut. Der Service im Übrigen auch. Nach dem Spoon gehen wir noch kurz ins Ritzi, bzw. in die Ritzi Lounge Bar um uns anzusehen, was man mit Botox heutzutage alles machen kann. Das Ritzi ist wie immer ein großer Spaß, auch wenn wir mit 16,- € pro Moscow Mule nicht mal ansatzweise angetrunken sein können. Nach dem großen Spaß gehen wir wieder zurück zum Boot, um dort noch einen Absacken zu trinken und dann ins Bett zu gehen. Die erste Nacht auf dem Boot ist extrem ruhig und angenehm. Zu zweit hat man auf einer 40 Fuß Yacht eine Menge Platz und kann, wenn man im Hafen festgemacht hat so gut wie in einem Bett zu Hause schlafen.

Sonntag, der 26.6.2018

Am Morgen überlegen wir, wir wir am Besten von der äußersten Kante der Marina zum Hafenbüro kommen, ohne dabei bereits den ersten Marathon absolvieren zu müssen, denn natürlich liegt das Büro des Hafenmeisters auf der gegenüberliegenden Seite unseres Steges. Also entweder 25m Wasser oder 900 Meter Weg. Mit der Yacht möchte ich noch nicht einfach rüber fahren, da wir weder als Crew geübt sind, noch ich das Boot adhoc im Detail navigieren kann, noch Sandra in ihrem Leben viele Anlegemanöver absolviert hat. Wir entscheiden uns für das Dinghi und hiefen das kleine Beiboot gefolgt vom Außenborder ins Wasser. Mit diesen Außenbordern aus der Charter stehe ich grundsätzlich auf Kriegsfuß und natürlich will der Motor nach sorgfältiger Montage nicht starten. Also öffne ich erst einmal die Abdeckung des Motors und schaue, ob mich ein lila farbenes Monster ansieht, welches ich dann einfach entfernen könnte, um den Motor starten zu können. Es ist allerdings kein Monster unter der Abdeckung. Ich ziehe also weiter am Startband. Kontrolliere noch mal Choke, Benzinfüllstand, Benzinhahn. Ziehe weiter am Band. Bitte Sandra den Werkzeugkoffer zu holen, um die Zündkerze zu trocknen. Stelle fest, dass es im Werkzeugkoffer keinen Zündkerzenschlüssel gibt. Ziehe weiter am Band. Werde mit jeder Sekunde zorniger. Schimpfe auf diese PARSUN Motorenhersteller. Nörgele herum. Alte Reiskocher (ohne zu wissen woher der Hersteller PARSUN eigentlich kommt). Ziehe weiter. Werde wütend. Wundere mich über diesen kleinen Pin am Gashebel. Und schmunzele, denn ich Idiot habe vergessen den Motorunterbrecherschnupsi (oder wie auch immer dieses Teil heissen mag) anzubringen. Nachdem das kleine süße schwarze Etwas eingelegt ist, startet der Motor auf anhieb. Choke brauche ich nicht mehr, da durch meine Versuche den Motor zu starten dieser schon warm ist.

 

Da nun der Motor endlich knattert, mache ich mich auf den Weg, um an der anderen Seite des Hafens wieder festzumachen. Die Mauer ist ziemlich hoch, sodass ich mein Dinghi erst daran festmache, dann die Unterlagen auf die Mauer werfe, um mich dann an der Leine hochzuhangeln. Der Hafenmeister ist sehr nett und verlangt 95,- € für unseren mageren Liegeplatz ohne Wasser und Strom. Ich finde das zwar happig, habe aber von Puerto Portals keine Niedrigpreise erwartet. Also gehe ich wieder zurück zur Kaimauer, springe waghalsig in mein Dinghi, starte den Motor und fahre zur Tesoro. Nachdem wir das Dinghi wieder an Bord verstaut haben, dampfen wir in die Vorspring ein und legen ab. Vorher bewundern wir noch einmal das Segelboot an der gegenüberliegenden Kaimauer, welches laut meinen Recherchen für den Liegeplatz läppische 700 Euro bezahlt hat.

Vor uns liegen gute 300 Seemeilen, die wir in den kommenden 12 Tagen in unserem Kielwasser zurück legen wollen. Es ist nicht so richtig warm an diesem Morgen. Der Himmel ist noch ziemlich grau, sodass das Wasser im Hafen ebenfalls alles andere als tiefblau aussieht.

Doch zuerst geht es an der nördlichen Spitze der Bahia de Palma vorbei in Richtung Port D‘Andratx. Wir fahren aus dem Hafen von Puerto Portals heraus und geniessen direkt den Wind, der uns nach Port D‘Andratx bringen soll. Also ab in den Wind und Segel setzen. Für die Bucht von Santa Ponça bleibt uns leider keine Zeit, da wir gerne vor der Einfahrt zum Hafen von Port D’Andratx noch ein paar Mal einige Rettungsmanöver für den Ernstfall üben wollen. Zum einen eignen sich so viele Tage auf der Yacht auch mal dazu derartige Übungen durchzuführen und zum anderen ist es immer gut zu wissen, dass im Notfall jeder an Bord die Yacht zumindest so weit in den Griff bekommt, dass der über Bord gegangene eine gute Chance hat gerettet zu werden.

Am Cap de Cala Figuera wenden wir drei Mal, damit wir an der Spitze der Illa del Toro vorbei kommen können. Mittlerweile sind die meisten Wolken verschwunden, der Himmel blau, die Sonne hoch und warm und das Meer tiefblau. Wir sitzen im Cockpit und bewundern die vielen Yachten, die mir uns fahren, uns entgegen kommen, oder unseren Kurs kreuzen. Mit einem Kurs von ca. 315° fahren wir an dem Leuchtfeuer von Port D’Andratx vorbei, um dann unsere Übungen vor der Bucht von Port D’Andratx durchzuführen.

Die über Bord gegangenen Fender können wir beide natürlich immer wieder sicher an Bord befördern, sodass wir unser kleines Training nach einer knappen Stunde beenden. Also ab in den Hafen von Port D’Andratx. Die Marineros in diesem Hafen sind wirklich richtig richtig gut. Die Annahme per Funk war bereits professionell und als wir zum Steg kommen, warten dort schon zwei Marineros, die uns helfen die Yacht sicher an den Steg zu bekommen. Alles geschafft. Also Zeit für einen Anleger, Zeit, um den lieben Rasmus für die schöne Fahrt zu danken und Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Natürlich können wir auch beobachten, wie andere Crews bei mittlerweile 15 Knoten Seitenwind reihenweise die Yachten noch kurz vor dem Anlegen verdrehen und quer in der Box stehen. Dieser auflandige Wind in Port D’Andratx hat mir schon mal vor ein paar Jahren Kopfschmerzen bereitet, als ich ebenfalls mit einer unerfahrenen Mitseglerin, damals allerdings ohne Hilfe von Marineros und ohne Bugstrahlruder anlegen wollte. Eine der Crews schafft es eine Mooring-Leine in die Schraube zu ziehen, sodass einer der Marineros mit dem Dinghi ankommen muss, um dann ins Wasser zu springen. Unter Wasser hat er offensichtlich wieder alles neu verknotet, jedoch bleibt ein Schnipsel übrig. Ich hätte das kleine zerfledderte Seil als Andenken behalten, jedoch schmeisst der Skipper der Unglücks-Crew, dem der Marinero das kleine Tau in die Hand gegeben hat, den lästigen Fetzen mürrisch in die Mülltonnne, um dann sein Werk mit einer Flasche Bier zu feiern.

Mit blieb noch etwas Zeit, um über die Zusammenstellung einer anderen Crew nachzudenken. Diese Crew legte kurz nach uns und neben uns an und sah ziemlich zusammengewürfelt aus. Als das Wort Bordkasse beim Berzahlvorgang mit dem Marinero fiel, schaudert es mir ein wenig, denn die sechs Personen auf dieser 40 Fuß Bavaria neben uns sind sehr offensichtlich wirklich wild zusammen gewürfelt und passen augenscheinlich so gar nicht zusammen. Ich erinnere mich an meine Ausbildungstörns, welche durchweg alle lustig hinsichtlich der Crew Zusammensetzung waren, jedoch ist ein Ausbildungstörn noch etwas anderes, als ein Urlaub mit völlig Fremden. Mein Ding ist es auf jeden Fall nicht. Zumindest ist meine Vorstellung daran alles andere als einhundert Prozent positiv.

Duschen können wir prima an Bord, da die achterliche Nasszelle mit einer Trennwand für die Dusche und einem Ablauf aus Teak Holz ausgestattet ist. Platz zum Duschen ist ebenfalls genug vorhanden, sodass der Gang zu den Marina-Duschen uns erspart bleibt. Die Tesoro dampft, während wir duschen, aber es war herrlich.

Wir sind am Abend bei Freunden zu Gast, welche uns direkt an der Marinaeinfahrt abholen, um mit uns zu ihnen zu fahren. Als wir bei ihnen zu Hause ankommen können wir noch kurz deren beiden Kindern eine gute Nacht wünschen, bevor diese dann ins Bett gehen. Wir befinden uns in Andratx unweit von Port D’Andratx. Die Tapas, die die beiden gemacht haben sind grandios und der Abend insgesamt ein großer Spaß. Die finale Sangria war perfekt zubereitet. Die beiden sind aus Deutschland ausgewandert und richten sich seit knapp einem halben Jahr auf Mallorca ein. Gegen 12 sind wir wieder zurück auf der Tesoro und gehen direkt ins Bett.

Montag, der 27.5.2018 – Von Mallorca nach Ibiza

Die Nacht war extrem ruhig, wenn auch kurz, da wir bereits um 7:30 aufstehen.

Ein langer Tag, oder zumindest eine lange Reise steht uns bevor. Als ich die Luke des Niedergangs öffne, offenbart sich ein Wetter, welches ich eher aus dem Winter auf Mallorca kenne. Der Himmel ist dunkelgrau und der Wind stark und kalt. Die verschiedenen Wettervorhersagen sagen mehr oder wenig unisono, dass der Wind aus Südwest mit einer Stärke von 15 Knoten kommen wird. Dass Ganze bei einer Außentemperatur von 24’C. Ich koche uns erst einmal einen Kaffee und ein paar Eier.

Wir sitzen im Cockpit und bestaunen bei unserem kleinen Frühstück das bunte Treiben am Steg. Auch die andere Crews frühstücken, diskutieren über das Wetter und überlegen, was sie heute alles schaffen wollen. Nachdem der Kaffee ausgetrunken war, machen wir uns langsam fertig für die Überfahrt nach Ibiza. Um exakt 9 Uhr legen wir ab. Wir fahren aus der Bucht des Hafens heraus und drehen in den Wind, um das Großsegel aus dem Mast zu holen, fallen dann auf 230’ ab und rollen das Vorsegel ebenfalls aus. Unsere durchschnittliche Geschwindigkeit liegt an diesem Tag bei 5.7 Knoten. Für die 63,5 Seemeilen benötigen wir 11 Stunden und 30 Minuten. Wir segeln die gesamte Strecke hoch am Wind, was latent nervt. Auf halber Strecke frischt der Wind noch etwas auf, sodass ich mich entscheide die Segel zu reffen.

Meine Vorahnung gibt mir Recht, denn der Wind frischt zwischendurch auf bis zu 25 Knoten auf. Die Yacht liegt ziemlich gut auf der Backe und der Wind auf See ist so kalt, dass wir uns mit Decken eindecken. Uns überholt ein weiteres Segelboot, welches einen längeren Rumpf, aber vor allem eine größere Genua hatte. Seekrank werden wir nicht, jedoch legen wir uns abwechselnd mit geschlossenen Augen ins Cockpit, damit sich Hirn und Magen beruhigen können und sich dieses kleine Gefühl des Unwohlseins wieder verflüchtigt. Nachdem der Wind nun auffrischt, lassen die größeren Wellen auch nicht auf sich warten. Nun offenbart sich ein kleiner aber extrem nerviger Defekt am Bimini des Bootes. Es fällt aus der Verankerung und hebt ab, als und eine Welle erfasst. Danach kracht es wieder auf das Teakholz der Lauffläche an Backbord. Da es nun schon mal gelockert war, macht es diese Bewegung nun immer wieder.

Mein Hirn beginnt damit die Optionen einer Reparatur durchzugehen. Ursprünglich wurde das Bimini wohl mit einer Klammer, welche hinter einer Art mit Imbusschrauben befestigten Hülse festgehalten. Meine Versuche die Imbusschrauben der Hülse zu lösen scheitern, da der ganze Block vom Salz des Meeres angefressen und vergriesgnaddelt ist. Kabelbinder sind auch keine Option, da es nichts zu umbinden gab. Die Hülse ist direkt auf der Aluminium Rinne geschraubt. Dann fällt mir auf, dass die Rollreffleine direkt vor der Hülse vorbei führt. Ich stecke den Pin des Bimini wieder in das Loch der Halterung, halte der Rollreffleine vor den Pin und hole die Leine dicht. Hält. So haben wir zumindest kein fliegendes Bimini mehr und schonen das Teakdeck. Allerdings habe ich bei der Aktion mein heiß geliebtes Cappi verloren, welches mich nun seit einigen Jahren treu auf meinen Reisen begleitete. Es hatte schon eine gewisse Patina, was ich irgendwie ganz schön fand. Außerdem stand HUGO drauf, was mich immer wieder an einen kühlen Drink erinnerte. Es war noch nicht ganz vom Kopf geflogen (warum auch immer ich es nicht ordentlich festgebändselt habe), da verschlang es die See. Selbst eine direkte Kehrtwende half nicht es wieder zu finden. Dies soll wohl mein Tribut dieses Törns sein.

Land in Sicht

Nach sechseinhalb Stunden Fahrt und zurückgelegten 35 Seemeilen sehen wir die ersten Umrisse unseres Ziels. Die Sicht ist alles andere als klar, da die Luft extrem diesig ist. Der Anblick der Umrisse Ibizas treibt mir Tränen in die Augen. Sandra liegt mir der Decke im Cockpit, während ich nicht mit meinen Augen von der Insel los komme. Ich halte inne und atme tief ein und wieder aus. Dieser Moment ist wunderschön. Ich fühle, wie sich alle Haare auf meiner Haut aufrecht stellen. Plötzlich ist mir warm. Die Wolken wichen in den letzten Stunden der See, sodass wir nun diesen Anblick bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein genießen dürfen. Es ist ein wundervolles Gefühl. Ich vergesse die Wellen, die immer noch das Boot auf die Seite drücken und bleibe im Cockpit stehen, während ich mich an der Sprayhood festhalte. Wir steuern auf Ibiza zu. Sandra bemerkt, dass ich wie angewurzelt nach vorne starre, steht auf, hält mich fest und geniesst diesen Anblick gemeinsam mit mir.

Für weitere 10 Seemeilen halten wir unseren Kurs. Drei Wenden später fahren wir direkt auf die kleine Insel Tagomago zu. Wir wenden noch insgesamt fünf mal, bis wir uns auf direkten Kurs zur Hafeneinfahrt von Santa Eulalia befinden. Nach 11 Stunden Fahrt holen wir die Segel ein und fahren in den Hafen von Santa Eulalia. Wir haben es geschafft. Es ist schon spät, aber die Marineros sind noch zugegen und geben uns einen Liegeplatz, nachdem wir nach seitlichem Anlegen an der Tankstelle erst einmal ein paar Papiere auf den Kopierer gelegt haben. Mit 62 Euro für einen Liegeplatz samt Strom (ohne Wasser) ist Santa Eulalia die wohl preisgünstigste Option auf Ibiza, wie wir im späteren Verlauf unserer Reise lernen sollen. Wir legen uns um 20:30 an Mooringleinen achtern an den Steg, atmen erst einmal tief durch, danken Rasmus dafür, dass er uns sicher durch den Kanal von Mallorca gebracht hat und geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, dicht gefolgt von einer selbst gemachten Gemüsepfanne und einer Flasche Weißwein. Wir sind müde und erschöpft, fühlen uns zugleich aber auch glücklich und entspannt, da die große Überfahrt eine spannende Reise – wenn auch ohne Delphine – war.

 

Dienstag, der 29.5.2018 – von Santa Eularia über Cala Llonga nach Talamanca

Der nächste Tag bricht für mich früh an, da ich bereits um 6:30 nicht mehr schlafen kann. Viel zu früh am Morgen stehe ich auf und gehe ins Cockpit, um die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen. Statt eben genau diese Sonnenstrahlen abzubekommen, sehe ich graue Wolken und friere ein wenig in meinem T-Shirt. Ich gehe zurück in die Pantry und beginne damit einen Kaffee aufzusetzen und mir zeitgleich die Zähne zu putzen. Nach erfolgter Zahnreinigung schalte ich den Herd wieder ab und lege mich noch einmal ins Bett. Sandra wird bei meiner Aktion immer wieder wach, aber schläft auch genau so schnell wieder ein. Um 9 Uhr wache ich wieder auf und starte erneut einen Versuch einen Kaffee zu kochen. Dieser gelingt mir auch. Ich brutzele uns ein “Omelette Spezial”, was so etwas wie ein Omelette hinsichtlich der Inhalte ist, aber die Konsistenz eines Rührei hat, damit man die Masse besser auf zwei Teller verteilen kann. Wir frühstücken in Ruhe im Cockpit. Im Pullover. Es ist noch nicht so richtig so warm, wie wir es uns vorgestellt haben und dieser graue Himmel ist auch nur fast so wie Ibiza. Gegen 12:30 verlassen wir den Liegeplatz, halten noch einmal an der Tankstelle, um den Chip, den man zum Zugang zu den sanitären Anlagen erhält wieder abzugeben, um dann in Richtung Cala Llonga zu fahren, welche wir um 13:30 erreichen. Dort ankern wir und springen zum ersten Mal ins Wasser. Dieses ist extrem trübe, aber hat durchaus eine Temperatur, die es angenehm zum Baden macht. Die Sonne kommt nun auch endlich heraus, sodass wir es uns auf der Badeplattform der Yacht gemütlich machen und immer mal wieder eine kleine Abkühlung geniessen. Streng genommen ist es eine Abwechslung von Corona trinken und Sprung ins Wasser. Begleitet vom “We’re going to Ibiza” von den Vengaboys. Gegen 17:30 machen wir uns auf, um in die Bucht von Talamanca zu fahren, da wir dort ankern wollen, um abends im Fish-Shack – oder auch dem kleinen Fischrestaurant ohne Namen auf der Klippe – etwas zu essen.

Wir ankern und duschen auf dem Boot. Danach lassen wir das Dinghi zu Wasser und statten es mit dem Motor aus. Sicherheitshalber packen wir die Paddel ins Dinghi. An den um uns liegenden Booten fahren wir bei Anbruch der Dunkelheit vorbei und landen an dem Betonsteg, der vor dem Restaurant Sa Punta ist, an. Wir ziehen das Dinghi aus dem Wasser und legen es an Land. Danach machen wir uns auf den Weg zum nahe gelegenen Fischrestaurant – the Fish Shack, oder das Restaurant ohne Namen.

Es gibt Thunfisch und Dorade als Fang des Tages. Das Restaurant wird von Jahr zu Jahr größer. Das ist schön. Unschön ist allerdings, dass ich das Gefühl habe, dass auch von Jahr zu Jahr die Preise steigen. Je Fisch möchte der gute Mann 25 Euro haben. Dazu noch etwas Alioli mit Brot, Wasser und Bier und man ist zu zweit schnell bei 70 Euro.

Es wird ganz schön kalt im Fish Shack, da das Restaurant genau an der Klippe liegt und der Wind direkt in die provisorisch eingerichtete zeltartige Unterkunft hinein pfeift. Nach unserem Mahl verabschieden wir uns und gehen noch ins nebenan gelegene Sa Punta. Dort gibt es heute zwei Cocktails zum Preis für zwei teure Cocktails. Also wie jeden Abend. Wir freuen uns darüber, dass die obere Etage mit Heizstrahlern ausgestattet ist und bestellen köstliche Kaltgetränke. Umgeben sind wir von Paaren und Familien mit Kindern. Die Atmosphäre ist als „pretty cozy“ zu bezeichnen, da überall fette Kissen umher liegen, die Beleuchtung irgendwas zwischen gedämmten rosa und orange leuchtet und der DJ entspannte House Musik spielt. Die Bedienung ist sehr nett, schnell und zuvorkommend. Nach zwei sehr leckeren Cocktails verlassen wir das Sa Punta, um wieder mit unserem Dinghi in die Bucht von Talamanca zu fahren, sodass wir kurze Zeit später wieder an der Tesoro ankommen.

Ich habe dem Wetterbericht nicht genügend Beachtung geschenkt, sodass der Wind die ergänze Nacht über direkt in die Bucht blies und wir somit hin und her geschüttelt werden. Das Ganze zwar moderat, aber dennoch latent nervig. Für Morgens um 4 habe ich infolge geistiger Umnachtung vor einer Woche noch eine Telefonkonferenz mit Australien vereinbart, sodass mich der Wecker um 3:50 aus dem Bett klingelt. Ich stehe auf, gehe ins Cockpit, telefoniere für eine Stunde mit meinen Arbeitskollegen aus Australien und gehe wieder ins Bett.

Mittwoch, der 30.5.2018 – von Talamanca nach Formentera

Am Morgen wackelt es immer noch ein wenig, jedoch ist der Wind mit ca. BFT3 überschaubar gross. Wir frühstücken im Cockpit und entscheiden uns rüber nach Formentera zu fahren. Von den nebenan gelegenen Fähren und Kreuzfahrtschiffen ziehen uns die Abgase um die Nasen, daher ist Talamanca ohnehin nicht einer der Besten Orte, um einen schönen Tag zu verbringen.

Um 12:30 geht es dann endlich los in Richtung Formentera. Da der Wind günstig steht, können wir mehr oder weniger direkt die Segel hissen und in Richtung Cala Pujols fahren. Drei Stunden später kommen wir dort dann auch an. Auf dem Weg dorthin sehen wir die weissen Sandstrände der langen Zunge von Formentera, vor der eine Menge Boote ankern. Auf der Ostseite der Insel, ist der Stress mit Posidonia überschaubar groß. Die Strände sind nahezu ausschließlich weiss und bieten somit einen perfekten Ankergrund. Nachdem wir an einer Superyacht vorbei fuhren, ankern wir direkt in Cala Pujols und geniessen das Wetter und eine Erfrischung im Meer. Zwei Stunden später fahren wir wieder etwas nördlich an den Playa de Llevant und ankern dort bei westlichen Winden an der östlichen Seite der Insel. Trotz BFT4 ist das Wasser extrem ruhig, da sich keine Welle direkt am Strand aufbauen kann. Mir gefällt das sehr gut, da ich ein wenig Panik davor hatte bei diesen Winden auf mehr oder weniger ungeschützter Fläche zu ankern. Der Wind kommt allerdings perfekt aus Westen, was sich laut Wettervorhersage auch nicht über Nacht ändern soll. Wir stehen mit dem Boot quasi direkt vor dem Beach Restaurant Tanga, welches allerdings schon geschlossen hat. Sandra bekam von einem Freund den Tipp, dass auf der gegenüber liegenden Seite der Insel das Restaurant Es Mali de Sal  sein soll, welches für seine Qualität bekannt sei. Ich habe noch eine Telefonkonferenz mit meinem Team, welche nach einer Stunde aber auch schon wieder vorbei ist.

Wir machen somit das Dinghi, welches mittlerweile den Namen Champ trägt, klar und ziehen uns um für einen Restaurant-Besuch. Übrigens haben wir den Plotter der Navigationseinheit bzw. den Autopiloten nach dem Namen des Katers von Sandra mit dem Namen Mex benannt, da dieser Kater blind ist. Wir fahren mit Champ (der wilde) in Richtung Strand und ich denke an meine letzte Erfahrung einer Dinghi-Strandfahrt, bei der ich mitsamt der Crew aufgrund einer extrem steilen Strandkante, an der sich die Wellen aufbäumten, kenterte. Wir kommen dieses Mal unbeschadet an Land, allerdings werde ich bis zu den Oberschenkeln nass. Da ich damit mehr oder weniger rechnete, habe ich mir eine Ersatz-Hose mitgenommen. Von nun an weiss ich, dass ich einfach immer Zweitsachen mitnehme, wenn es darum geht an einem Stand anzulanden. Es ist einfach unmöglich bei einigermaßen normaler Welle an einen Sandstrand trocken anzukommen. Wir ziehen das Dinghi an den Strand, machen alles fest und gehen – dem Sonnenuntergang entgegen – in Richtung Restaurant. Natürlich habe ich auf dem Weg zum Restaurant eine Menge Panikattacken. War ist wohl, wenn das Boot weg ist? Oder das Dinghi? Oder der Motor und die Paddel des Dinghis? Oder keine Luft mehr im Dinghi ist? Oder der Anker der Tesoro nicht hält? Sandra redet auf mich wie auf einen toten Gaul ein. Diese unbeschwerte Art von ihr mag ich sehr. Ich versuche alle Emotionen der Angst & Panik zu unterdrücken und gegen die tolle Atmosphäre zu tauschen. Wir gehen weiter und kommen gefühlt 20 Minuten später am Restaurant an. Mein mulmiges Gefühl bleibt natürlich.

Wer eine Nacht auf oder an Formentera verbringt, muss ein Abendessen in diesem Restaurant auf jeden Fall mitnehmen! Der Anblick des Sonnenuntergangs ist phänomenal. Ebenso das Essen und die Getränke. Wir bestellen uns jeweils einen Aperol Spritz und beobachten das bunte Treiben auf der Terrasse des Restaurants, auf der jemand mit einer Drohne hantiert. Bei BFT4 hätte ich es mich nicht getraut, jedoch steht seine MAVIC Drohne ziemlich fest in der Luft. Die Kommentare von Sandra über meine Angst die Drohne bei Wind steigen zu lassen warteten nich lange auf sich. Ich freue mich darüber, dass ich sehe, wie ein anderer beweisen kann, dass die Drohne stand hält und freue mich auf den nächsten Einsatz bei Wind. Wir bestellen eine Paella und beobachten einen armen Skipper, der auf seinem Dinghis vor dem Restaurant – natürlich bereits im Wasser – versucht seinen Außenborder anzuschalten. Wie ein Wahnsinniger zieht er erfolglos am Starter. Wir sind nun ja auf der westlichen Seite der Insel und sehen somit einen heftigen Seegang.

So wie es aussieht muss der Gute erst noch zum Steg, um dort Passagiere an Bord zu holen, damit er mit diesen zurück zum Boot fahren bzw. paddeln kann. Der Motor springt nicht an. Die Sonne kommt der Wasserkante immer näher. Er paddelt. Die Sonne erreicht die Wasserkante und im Restaurant spielen sie “Time to say goodbye”. Wir beobachten Sonne und Dinghi-Paddler zugleich. Mittlerweile hat er die zwei Gäste an Bord. Bei der Geschwindigkeit, die die Gruppe macht, würde es mindestens noch 30 Minuten dauern, bis sie zu einem der nahe gelegenen Boote kommen. Die Sonne versinkt. Das Lied neigte sich dem Ende zu. Draußen paddeln sie weiter. Als dann im Restaurant das Licht angeht, verlieren wir die Dinghi-Crew aus den Augen und hoffen das Beste für die Crew. Zum Dessert gibt es ein Schoko-Desaster, welches extrem lecker und kalorienreich ist. Wir zahlen und machen uns in der Dunkelheit auf den Weg zum Boot. Als wir auf der Hauptstraße ankommen, sprechen uns zwei Passanten an und fragen, wie man wohl an ein Taxi kommen könnte, woraufhin wir auf den nahegelegenen Taxistand verweisen. Sie fragen noch, wo denn unser Gefährt stehen würde. Wir verwiesen auf die leuchtende Mastspitze auf der anderen Seite der Insel, grinsen und gehen los. Verdammte Bootsfahrer.

Am Dinghi angekommen wird mir wieder Angst und Bange. In der Dunkelheit wirken diese kleinen Wellen alles andere als klein. Ich packe meine Hose in die wasserdichte Tasche, Sandra ins Dinghi und meinen ganzen Mut zusammen. Als es für einen Bruchteil einer Sekunde so aussieht, dass die Wellen kurz nachlassen würden, schiebe ich mit aller Kraft das Dinghi ins Wasser, starte blitzschnell den Motor und gebe Vollgas. In der Dunkelheit verliere ist kurz die Orientierung und sehe noch eben die gezogene Leine des Schwimmbereichs vorne am Dinghi vorbei ziehen, sodass ich mit voller Kraft den Motor aus dem Wasser ziehe. Nochmal Glück gehabt. Die Wellen lassen uns weitestgehend in Ruhe, sodass wir unbeschadet an der Tesoro ankommen. Was für ein Abenteuer. Wir leinen Champ an die Yacht an und gehen über die Badeplattform an Bord. Champ bleibt samt Motor im Wasser. Wir haben noch Zeit und Lust auf einen lauschigen Schluck Wein und geniessen die ruhige See. Es ist unglaublich schön. Obwohl der Wind mit guten 4BFT um uns herum saust, dieser aber von der anderen Seite von Formentera kommt und somit aus unserer Sicht ablandig war, stand die Yacht kerzengerade und da es so gut wie keine Wellen gibt, auch extrem ruhig. Wir gehen in unser Bett und schlafen relativ schnell ein. Über Nacht bleibt der Ankerwarner leise.

Donnerstag, der 31. Mai 2018 – von Formentera über Las Salinas in den Hafen von Ibiza

Ich wache auf und höre das Meer. Es scheint noch früh zu sein. Ich schaue bewusst nicht auf die Uhr. Wozu auch. Ich richte mich auf und nehme langsam und behutsam die Bettdecke von mir, ohne Sandra aufzuwecken. Die Augen fühlen sich ein wenig verklebt an, daher reibe ich etwas auf ihnen herum. Ich strecke meinen Oberkörper, ohne die Arme auszufahren was aufgrund des begrenzten Platzes eh nicht gegangen wäre. Ich drehe mich und schaue aus der vorderen Kabine in den Salon. Es rauscht um uns herum. Die Sonne erhellt den Innenraum der Teroso. Langsam winde ich mich aus dem Bett. Behutsam, ohne Sandra zu wecken. Drehe den unteren Teil meines Körpers langsam, bis die Beine über das Kopfteil hinaus ragen und langsam den Boden berühren. Ich stelle mich hin und gehe in den Salon. Dann steige ich die Stufen langsam hoch ins Cockpit. Vor mir eröffnet sich ein Bild, wie es nur die liebe Gott malen konnte. Ich lächele und freue mich. Ohne stehen zu bleiben gehe ich direkt von der Treppe weiter ein paar Schritte in Richtung Badeplattform, werde schneller und setze zu einem Sprung an. Ich springe. Ich erlebe, wie Sekundenbruchteile zu einem Dauererlebnis werden. Fliege hoch, platsche dann mit voller Wucht ins Wasser und sinke hinab. Es sprudelt um mich herum. Ich öffne die Augen und sehe in diesem türkisfarbenen Wasser alle möglichen Fische um mich herum. Langsam steige ich wieder an die Wasseroberfläche. Es sprudelt immer noch. Ich komme hoch. An der Wasseroberfläche angekommen fühle ich die Wärme der Sonne im Gesicht. Ich fühle mich wunderbar, schwimme etwas hin und her und steige dann über die Leiter auf die Badeplattform. Dort angekommen lege ich mich erst einmal hin und lasse mich von der Sonne küssen und zugleich trocknen. Es soll ein wundervoller Tag werden.

Nachdem ich wieder trocken bin, setze ich einen Kaffee auf und beginne damit die tägliche Ration Omelett Spezial zuzubereiten. Sandra wacht auf und bereitet den Frühstückstisch im Cockpit vor. Wir frühstücken und erfreuen uns an diesem tollen Morgen. Es fühlt sich so an, wie es einem in diesen Karibik-Feeling-Filmen verkauft wird. Nur in Echt. Ich kann dieses Gefühl zwar nicht festhalten, aber immer wieder abrufen. Diese Wärme, das türkisfarbene Wasser, die Fische um uns herum, diese leichte Brise und diese wunderbare Sonne. Das Ganze bei gefühlt warmen 26°C.

Noch im Vormittag lichten wir den Anker, setzen Segel und segeln in Richtung Ibiza. Die Tesoro läuft gut. Wir schalten Mex, den Autopiloten ein und gehen an den Bug des Schiffes. Wir hören nichts als die See, die gegen das Boot platscht. Diese unglaubliche Ruhe in Kombination mit Sonne, Fahrtwind und der Gewissheit, dass nichts und niemand hier stören kann ist eine überwältigende Kombination. Wir legen uns hin, öffnen eine kleine San Miguel und schliessen für ein paar Sekunden die Augen. Immer wieder platschen ein paar kleine Spritzer einer Welle auf unsere Haut und kühlen uns damit ein wenig ab. Fähren, Segelboote und Motoryachten fahren an uns vorbei. Für die Vorsaison ist schon jetzt eine Menge los. Es ist eintraumhafter, wenn nicht gar magischer Ort. Der weisse Sand des Strandes von Formentera liegt an unserer Backbordseite. Wir segeln Kurs 0°, da wir an Es Penjats (korrigiert dank Mark) vorbei wollen, um dann Richtung Westen nach Las Salinas auf Ibiza wollen. Wir überlegen mehrfach, ob wir nicht nördlich an Es Penjats (korrigiert dank Mark) vorbei fahren wollen, und den kleinen Pfad “Freu Petit” nehmen sollen, entscheiden uns dann aber für den sicheren Weg südlich von Es Penjats (korrigiert dank Mark) vorbei, welcher entsprechend ausgetonnt ist. Das dauert zwar länger, aber wir können eine Grundberührung ausschliessen. Mehr über “Freu Petit” an anderer Stelle.

Wir segeln auf den Strandabschnitt mit dem wunderbaren Namen Las Salinas zu. Dieser wunderbaren Landzunge mit Standbars wie Jockey Club, das Malibu, Beso Beach und Sa Trinxa. Dort angekommen sehen wir neben den Strandbars und einer Menge Menschen auch eine Menge Boote, die auf sandigem Meeresgrund ankern. Neben diesen Booten sehen wir vor allem eines nicht. Weiteren sandigen Meeresgrund für unseren Anker. Las Salinas hat eine Menge Posidonia vor dem Strand, daher sieht es an diesem Strand auch immer so aus, als wären eine Menge alter Algen angespült worden. Insbesondere, wenn der Wind eher aus südwestlichen Richtungen kommt. Also so, wie es so gut wie immer ist. Mehr über Posidonia im Übrigen in einem gesonderten Post.

Wir schippern um die Boote herum und finden einen, wie wir finden passenden Platz. Es ist ziemlich eng und die Skipper um uns herum rümpfen etwas die Nase. Ich drehe in den Wind, Sandra wirft den Anker aus und ich setze, nachdem genug Kette hinausgelegt war, zur Rückwärtsfahrt an. Der Anker hält und die finale Position scheint nicht so schlecht. Wie bei jedem Ankern habe ich das Gefühl, dass wir an fast jeder Seite zu nah an den anderen Booten sind, jedoch ist der “Parkplatz” hier nun mal ziemlich eng. Wie immer macht mir Sandra insofern Mut und sagt, dass schon nichts passieren wird, während mir die ganzen Bilder von ineinander gekrachten Yachten aus Facebook vor den Augen tanzen (Notiz an mich selbst: Diese Gruppen de-abonnieren).

Da sind wir nun. Las Salinas. Wir holen eine kleine Coronita aus dem Kühlschrank und geniessen das Wetter, den Blick, das türkisfarbene Wasser, die Ruhe und Gelassenheit des Tages. Ich beobachte einen Skipper, der gerade dabei ist, seinen Außenborder zu beschimpfen, da dieser offensichtlich nicht anspringen will. Mit meinem gebrochenen Spanisch (Notiz an mich selbst: endlich Spanisch lernen!!! Und noch ein!) versuche ich ihn zu fragen, ob er Hilfe benötigen würde. Er lehnt ab und erklärt, dass sein Kumpel drei Boote weiter ihm gleich Sprit bringen würde.

Also lassen wir Champ zu Wasser und basteln meinen heiss geliebten Außenborder ans Dinghi. Sicherheitshalber packen wir auch die Paddel ein. In den wasserdichten Sack packen wir noch zwei Corona, zwei Handtücher, Geld, Telefone und natürlich Sonnencreme. Gefühlt eine Stunde später kommen wir dann auch endlich los. Vollgas. Auf dem Weg begegnen wir einer Crew im Dinghi, bei der der Skipper paddelt. Außenborder ausgefallen (Notiz an mich selbst: Sollte ich nicht in leichten, zugleich Leistungsstarken und immer funktionierenden Außenbordern machen?!).

Ich frage, ob wir deren Dinghi mit an Land ziehen sollen. Er winkt ab, wohl aus Angst, dass ich 50% seines Dinghis dann mein Eigen nennen könnte. Also weiter. Kurz vor dem Strand fahren wir durch eine kleine Menge abgestorbener Posidonia und kommen direkt vor dem Jockey Club an. Champ ziehen wir an Land, nehmen den Unterbrecherschnupbsi mit und gehen in den Jockey Club.

Ich war noch nie vorher im Jockey Club und bin sofort begeistert, sodass sich alle Haare auf den Armen hoch stellen. Die Musik ist genau richtig. Der Sound der Funktion-One Lautsprecher ist überragend. Die Menschen wuseln sich zwischen den Tischen, die teils verrückt anmutenden Bedienungen lächeln und tanzen um die Tische. Die Sonne scheint durch das geöffnete Dach. Von dort aus kann man perfekt das Treiben am Strand beobachten. Der perfekte Ort an diesem Tag, um einen kleinen Snack zu essen. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und ich gehe kurz ums Eck. Als ich wiederkomme, hat Sandra bereits fürs Wesentliche gesorgt. Wir stoßen an und geniessen die Umgebung. Danach suchen wir uns etwas zu essen aus und bestellen. Wir bleiben noch etwas länger, da es uns hier sehr gut gefällt. Außerdem macht es sehr viel Spaß die Gruppen zu beobachten, die sich bedienen lassen und offensichtlich ebenfalls den Charme dieses Etablissements geniessen.

Wir zahlen und gehen wieder in Richtung Champ, da wir noch nach Eivissa wollen. Sandra setzt sich direkt ins Dinghi, während ich sie ins Wasser ziehe. An geeigneter Stelle springe ich ebenfalls ins Boot, starte den Motor und fahre los. Weiter hinten sehen wir eine große Motoryacht ankommen, die gerade versucht einen passenden Ankeruntergrund zu finden. Nachdem wir zurück an der Teroso sind, laden wir Champ an Bord und zurren ihn fest. Wir klappen die Badeplattform hoch, starten den Motor, holen den Anker ein und fahren raus aus der kleinen Bucht in Richtung S’Espalmador.

Da wir dieses Mal keine Lust haben wieder um S’Espalmador herum zu fahren, entscheiden wir uns dazu die kleine Schneise genannt “Petit Freu” zu nehmen. Laut Seekarte liegt die Wassertiefe bei 4 Metern. Die Teroso hat angeblich einen Tiefgang von 1,80m, sodass alles passen sollte, aber woher soll ich wissen, ob da nicht doch ein paar Steine liegen, oder nicht doch etwas Sand vertrieben wurde. Wir wagen es trotz aller Gefahren und nähern uns Petit Freu. Ich kuppele aus. Wir besprechen die Situation und entschliessen uns hier nun durch zu fahren, da wir wahrscheinlich ohnehin noch ein paar Mal hin und her fahren würden und nicht immer um S’Espalmador herum fahren wollen. Sandra geht noch vorne, um zu schauen, ob es irgendwelche auffälligen Steine gibt. Ich kuppele wieder ein und fahre mit Standgas in die kleine Schneise. Das Lot zeigt 2m, da es so eingestellt ist, dass es die Tiefe unter dem Kiel anzeigt. Wir fahren hindurch. Für ein paar Sekunden zeit das Lot 1,7m an, geht dann aber wieder auf 2 bis 3 Meter. Petit Freu ist extrem spannend anzusehen, da es direkt neben dem Felsen S’Espalmador liegt. Somit hat man den Felsen zur Seite, Türkises Wasser, Sand unter einem und eben sehr flaches Wasser. Wir sind durch den Kanal durch und ich beschleunige wieder etwas. Auf der Online-Karte von Navionics hinterlasse ich noch schnell einen Eintrag, um die Tiefe zu bestätigen.

Wir fahren in Richtung Eivissa. Langsam legen wir die Fender aus und und machen unsere Festmacher klar. Sandra holt den Marinaführer von Martin Muth, damit wir uns orientieren können. Durch vorherige Einfahrten kenne ich die Marina Nueve Ibiza ganz gut, also funken wir diese als erste an. Parallel hören wir einen offensichtlich deutschen Skipper mit Club Nautico funken. Nach Anmeldung verkündet uns Nueve Ibiza, dass sie voll seien. Ich frage per Funk bei dem anderen Skipper, wo er denn nun unter kommt und er sagt, dass er den letzten Platz im Club Nautico bekommen hat. Also versuche ich es mal bei Marina Ibiza. Ich habe Glück, da ich dort sofort einen Liegeplatz zugewiesen bekomme. Wir fahren am Lio und Cappuchino vorbei, um unseren Platz im hinteren Bereich zu bekommen. Wir haben einen Liegeplatz neben einem Motorboot, dessen Bordwand ungefähr einem Meter über unserer Reling ragt, daher packen wir mal viele Fender nach Steuerbord und hängen sie so hoch es geht auf. Als Stromanschluss gibt es genau eine 63A Dose, die ich aber erst einmal übersehen habe und daher dem Marinero sagte, dass wir keine weitere Hilfe mehr benötigen würden. Weit gefehlt.

Ab ins Marina-Büro

Ich gehe erst einmal ins Büro, um zu bezahlen. Die Dame am Counter nimmt alle Informationen auf und bittet mich um 120,- € für die Nacht. Ich schlucke, werde wohl rot, aber habe wohl keine andere Wahl, als meine Karte in das Lesegerät zu stecken. Ich bitte noch im eine Karte für die Dusche, wie auch darum, dass der Marinero einen Adapter für den Stromanschluss vorbei bringt. Ich bin so etwas wie stink-en-sau-er. 120 Tacken sind ziemlich viel für einen Parkplatz im Wasser. Zugegeben, bei der Marina auf Ibiza, die in diesem Jahr gemäß STERN und BILD als teuerste Marina Europas eingestuft wurde, habe ich nun keinen kleinen Euro erwartet, aber der Kurs hat mich aus den Socken gehauen. Vorbei an Cappuccino, Lio, teuren Yachten und teuren Boutiquen gehe ich zurück zum Schiff. Sandra hat schon mal alles klar gemacht und sich für die Dusche vorbereitet. Ich gebe Ihr die Karte. Nachdem sie weg ist, drehe ich die Musik laut und befreie das Boot von der Salzkruste der letzten Tage mit viel Wasser und Schrubber.

Als Sandra wiederkommt, bin ich fast fertig. Ich fülle noch kurz die Wassertanks wieder auf. Währenddessen taucht auch endlich der Marinero auf und übergibt mir den Stromadapter, für den er noch einmal 100 Euro Kaution haben möchte. Ein Schnäppchen, welches zur Schnappatmung aufruft.

Nachdem ich mich noch einmal aufgeregt habe und die Wassertanks auch endlich gefüllt sind, gehe ich unter Deck, um meine Duschtasche zu packen. Sodann laufe ich in Richtung Duschen, welche sauber und komfortabel ausgestattet sind. Fließendes Dauerwasser kann dann doch mal sehr schön sein. Nachdem ich fertig bin, gehe ich wieder zurück zum Schiff, wo mich Sandra dankenswerterweise bereits mit einer Coronita begrüßt. So kann der Abend beginnen.

Unsere Freunde Peter und Gina sind im Laufe des Tages ebenfalls auf Ibiza gelandet und haben sich im Nachmittag mit uns für den Abend verabredet. Wir lotsen die beiden zu unserem Boot, zeigen kurz unser frisch gereinigtes Prachtstück und machen uns dann vom Steg auf in die Stadt von Eivissa. Es ist ein herrlich warmer Abend, daher macht uns der Weg herzlich wenig aus. Uns begegnet ein Pärchen, welches nach dem Weg zum Leuchtturm fragt, den wir ihnen dann auch zeigen.

Wir bleiben im Bereich des Hafens, an dem man – gegenüber unserer Yacht – an jeder Menge Bars halt machen kann und entscheiden uns final für das Number 5 Ibiza. Vorher schauen wir uns noch ein paar der riesigen Yachten an, welche im Hafenbecken liegen.

Wir bestellen eine große Sangria und für die Damen eine Shisha. Nachdem die Sangria ausgetrunken ist, bestellen wir noch eine Runde Caipis, weil es mal wieder zu lecker war. Der Abend war in diesem Laden richtig schön und wir gehen wieder langsam zurück zum Boot. Peter und Gina fahren zurück zu ihrem Hotel nach Santa Eulalia, Sandra und ich gehen langsam ins Bett.

Hier geht es zum zweiten Teil des Törnbericht.

 

 

Thinius Mallorca pleite bzw insolvent und wir auf Mallorca mitten drin

Am 8. Oktober 2016 sollten wir die Yacht von Thinius Yachtcharter auf Mallorca übernehmen. Ein paar Tage vor Übernahme ereilte uns die Nachricht, dass die gebuchte Yacht nicht zur Verfügung stehen würde. Im Internet kursierten bereits Gerüchte über eine Pleite von Thinius Mallorca, bzw. einer Insolvenz der ganzen Thinius Gruppe. Neben dem grundsätzlichen Schreck und der Angst keine Yacht zu bekommen, habe ich ein kleines weiteres Problem gehabt, da ich versehentlich meine Anzahlung der Yacht zwei mal überwiesen habe. All das stand zur Disposition.

Kurz vor Abreise telefonierte ich noch einmal vom Flughafen Düsseldorf mit Herrn Kühn, um mich über den Sachstand zu informieren. Herr Kühn versprach mir, dass es eine alternative Yacht geben wird. Er hielt Wort. Er versprach mir auch, dass er sich um die Mehrüberweisung kümmern würde und das Geld zurück erstatten würde. Drei Wochen später habe ich davon noch nichts gesehen, bin aber nach wie vor zuversichtlich, da Herr Kühn gegenüber YACHT am 20.10. versicherte, dass keiner seiner GmbH oder SLU pleite sei, bzw. Insolvenz angemeldet habe. Statt dessen sucht er nach Möglichkeiten einer Neustrukturierung und Sanierung.

Doch zurück zum 8. Oktober. Angekommen sind wir bereits am 7. Oktober, da sich die Crew bereits einen Abend auf Mallorca akklimatisieren wollte. Zwei Dinge hinderten uns daran. Zum einen die Angst keine Yacht zu bekommen, zum anderen die Verspätungen der Eurowings und Air Berlin. Ein Crew Mitglied kam dann final am Samstag um 4 Uhr morgens am Flughafen von Palma an, um noch 3 Stunden im Hotel schlafen zu können. Peggy und ich kamen irgendwann gegen 20:30 ins Tryp Belver, sodass an ein ausgiebiges und gemütliches Abendessen nicht zu denken war. Ein schneller Salat und ein Cocktail waren aber dennoch drin.

Morgens gingen wir als erstes zur Charterbasis, um uns über den Zustand der Yacht zu erkundigen. Bei Thinius verwies man uns an Suncharter, wo man tatsächlich eine Yacht für uns bereit gestellt hatte. Die Freude war ungebrochen. Somit konnten wir unsere Einkäufe starten und die Yacht beladen. Nachdem die Yacht dann final um 18 Uhr übergeben war, konnten wir alles Seeklar machen und gegen 19 Uhr den Hafen von Palma verlassen.

Ein ausführlicher Törnbericht folgt natürlich.

 

Törnplanung von Mallorca nach Ibiza

Nach einigen Abenden Arbeit habe ich nun endlich bereits ein paar Monate vor Abreise (ja, ich kann es kaum erwarten) die Törnplanung zu unserem anstehenden Balearic Trip nach Ibiza erstellt. Wir starten mit unserer Bavaria Cruiser 41 von Palma de Mallorca und machen uns auf nach Ibiza. Am ersten Tag machen wir noch auf Mallorca Halt im Port Adriano, um dann am Sonntag rüber in Richtung Südwesten nach Ibiza zu fahren.

Der erste Hafen auf Ibiza wird Santa Eulalia sein. So haben wir zwar bereits am zweiten Tag unserer Reise die länge Strecke vor uns, aber danach eben auch schon hinter uns gebracht, sodaß danach nur noch entspannte Tage auf Ibiza vor uns liegen.

Unter anderem erwarten uns die großen Häfen Ibizas wie Santa Eulalia, Eivissa und San Antonio. Darüber hinaus wollen wir einen Abstecher nach Formentera machen und natürlich auch die tollen Strände und Buchten von Ibiza und Formentera geniessen, bis es dann nach einer Umrundung von Ibiza wieder zurück nach Mallorca geht.

Sicher erwarten uns extrem spannende Orte, wie San Antonio, wo nicht nur das Nachtleben extrem ist, sondern man insbesondere Freitags jede Menge Charteryachten in den Hafen einlaufen und einparken sehen kann. Hier und da lässt sich bestimmt noch der ein oder andere Trick lernen.

Sehr spannend ist darüber hinaus die historische Altstadt Eivissa mit ihrer großen Burg, welche die gesamte Stadt überschattet. Natürlich sind ebenso die spannenden Plätze, wie das Sa Punta, das Lio, das Pacha und natürlich auch das Cappuccino Grand Cafe immer einen Besuch wert.

Gegenüber den großen Städten erwarten uns aber ebenso mehrere Buchten, wie die Cala Compte mit der Sunset Ahram Bar, die Cala Tarida mit dem Cotton Beach Club, wie auch die Cala Bassa mit dem Cala Bassa Beach Club.

Viel Spaß beim Lesen und beim Stöbern der über 150 Hyperlinks, die ich in meinen Törnplan eingebaut habe.

Sicher wird das nicht der letzte Beitrag sein, den ich vor Antritt unserer Reise veröffentliche.

Die Umrundung von Mallorca – der Törnbericht

Im Juli haben wir mit diesem gecharterten Segelboot Mallorca umrundet. Für jeden Tag habe ich ursprünglich eine separate Seite erstellt, auf der ich die Erlebnisse des Törns in einem Törnbericht dokumentiert habe. So bleiben unsere Erinnerungen erhalten und Ihr habt die Chance unsere Erlebnisse zu lesen. Hier habe ich nun aber alles zusammengefasst, um es besser lesbar zu machen.

Es war eine fantastische Reise mit einer Menge Orte und Personen, die wir kennen gelernt haben. Gelernt haben wir eine Menge in Sachen Segelpraxis. Beispielsweise zur richtigen Sekunde mal einen Fender zwischen zwei Boote zu halten, oder dass das Ankern vor der Küste vom Ballermann durchaus gefährlich sein kann, da es ein paar Motorboote gibt, die gerne mal schauen, was auf einem vermeintlich verlassenen Segelboot alles zu holen ist.

Die komplette Umrundung auf einer Google Maps Karte hier.

unsere Yacht

Wir werden unser Abenteuer mit einer Bavaria 41 Cruiser bestreiten.

Modell Typ
Bavaria Cruiser 41
Kategorie
Bareboat Einrumpf
Werft
Bavaria
Revier
Balearen
Zeitraum
Sommer
Heimathafen
Palma de Mallorca

image001

Länge über alles 12,35 Meter Tiefgang 2,05 Meter
Breite 3,96 Meter Verdrängung 8,9 Tonnen
Wassertank 360 Liter Kojen 6
Kabinen 3 Nasszellen 2
Motorleistung 30 PS Masten 1
Vorsegel Rollfock Großsegel Lattengroß
Motorenanzahl 1 Steuerung Doppelrad
Yachtname Leander Flagge DE
Treibstoffart Diesel Kraftstofftank 210 Liter

 

Sicherheitsausrüstung Navigation Sonstiges
Rettungsinsel, Pannendienst auf See, GMDSS-Funk, Automatikwesten, EPIRB, Sicherheitsnetz, Lifebelts, Rettungsring, UKW-Sprechfunk, Blitzboje, Satz mit Notsignalen, Taschenlampe, Verbandskasten, Notpinne, Bootsmannstuhl, Navigationslichter GPS, Autopilot, Instrumente im Cockpit, Farbplotter, AIS Kartenplotter, Echolot, Logge, Windmessanlage, Windex, Kompass, Seekarten, Hafenhandbuch, Uhr, Barometer, Fernglas, Handpeil-Kompass, Flaggen QNC Bimini-Top, Sprayhood, Außenlautsprecher, Beiboot mit Aussenborder, Elektrische Ankerwinde, Warmwasser, Heizung, Inverter, Safe, MP3, Lazy-Jacks, Kühlschrank, Cockpit-Tisch, Batterieladegerät + Landkabel, Steckdose 12 Volt, Steckdose 220 Volt, Badeleiter, Heckdusche, Pantry komplett, Gasherd, Gasflasche, Bordwerkzeug, Amtliches Bootszeugnis, Backofen

 

image003 image007
image011 image013
image015 image017
3382-19b BavariaCruiser_40S_pic7

Unsere Yacht liegt am Marina Naviera Balear. Die Marina liegt neben der Marina Alboran im Hafenbecken von Palma an der Promenade und nicht weit vom Zentrum. Die Marina verfügt über ca. 110 Liegeplätze mit Wasser- und Stromanschluss. Die kleine Marina liegt direkt gegenüber dem TRYP Bellver Hotel an der Uferpromenade, in der Nähe des Stadtzentrums vom Palma. Die Marina Alboran wurde erst im Jahre 2004 neu errichtet. Zur Hafenanlage gehören Sanitäranlagen mit Dusche und WC sowie eine kleine Tankstelle für Yachten. Die Basis – Bürozeiten auf der Marina sind täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

In wenigen Minuten zu Fuß sind Sie im Stadtzentrum von Palma mit Supermarkt, Restaurants, Banken, Post und vielen anderen Einkaufsmöglichkeiten.
Marina Naviera Balear – Koordinaten: 039° 34´07´´ N 002° 37´58´´ E

Die Yacht haben wir mithilfe vom Adriatic Sailingteam bei Mola Yachtcharter gechartert.

Mehr zur Yacht hier.

Vorbereitung

Bevor wir in See stechen, kommen wir erstmal an unserem Boot an. Unsere Anreise mit dem Flugzeug der Germanwings ab Köln-Bonn verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass der Herr neben uns einen latenten Geruch von seinen Füßen abgab. Ich dachte mir „eat glitter in der morning and shine all day“ und versuchte den Geruch zu vergessen, was Yvonne nicht immer gelungen ist. Vor dem Flug zeigte mir Yvonne ihr neues iPhone 6. Heroisch versuchte ich mit einer Schere ihre SIM Karte klein zu schneiden (Gute Idee so 5 Minuten vor Abreise) und scheiterte. Samt Tesa-Film habe ich die SIM Karte wieder ins alte Telefon eingebaut und somit einen Task für später gesammelt.

Mit dem Taxi ging es nach Palma, wo wir in unserem Hotel eincheckten. Da es schon spät war, sind wir direkt in die Stadt gegangen, um etwas zu Abend zu essen. Wir fanden das Restaurant Ta Tsu, welches sehr einladend aussah. Eigentlich wäre ich gerne ins Forn gegangen, jedoch waren die – wie immer – ausgebucht.

Das Ta Tsu war toll. Guter Service, leckere Gerichte. Super Tapas.

Am Morgen bin ich dann vom Hotel in einer Laufrunde zu unserem Boot gelaufen. Da lag es. Friedlich und bereit für unseren großen Trip. Da ich mich auf dem Charterstützpunkt nicht auskannte versuchte ich unbemerkt zu bleiben und ging lieber wieder schnell.

Ich bin dann erst einmal wieder zurück zum Hotel gelaufen und habe mit Yvonne gefrühstückt. Während dessen habe ich unser WiFi/MiFi System in Gang gesetzt, sodass wir während des Trips dauerhaft WLAN auf dem Boot hatten. Dazu habe ich einen Router von TP-Link und eine SIM Karte von Three genutzt, die ich bei SimlyStore gekauft habe.

Danach sind wir ein wenig durch Palma gelaufen, da Yvonne die Stadt noch nicht gesehen hat.

Nun aber ab zum Boot. Anton von MBS-Charter erwartete uns am Charterstützpunkt und übergab uns die Yacht. Entgegen meiner Planung die Yacht bis Samstagabend auf dem Wasser halten zu könnten, sagte er uns, dass wir Freitag um 17:00 wieder im Hafen von Palma sein müssten, da dann die Taucher kommen, um zu checken, ob etwas kaputt gegangen ist. Meine Laune sank auf -200. Ich bat Anton zu checken, ob die Taucher nicht auch am Samstag kommen könnten. Yvonne zog zum ersten mal in Erwägung doch nicht nach Ibiza zu fahren, sondern einfach Mallorca zu umfahren. Auch meine Gedanken drehten sich um diese Ernüchterung, da es alles in allem entspannter schien.

Wir gingen einkaufen. Der nächst gelegene Mercadona liegt ca 400 Meter entfernt vom Stützpunkt. Wenn man allerdings bepackt mit zwei mit Wasser beladenen Einkaufswagen durch die Straßen eiert, sind 400meter ganz schön weit. Den Höhenunterschied kann man dankenswerterweise durch den Fahrstuhl der nahe gelegenen Tiefgarage überwinden. Da das sonst nirgendwo steht, schreibe ich es mal auf.

Screenshot 2015-07-25 15.17.55

 

Gegen 18 Uhr waren wir dann bereit zum ersten Auslaufen. Unsere Yacht war in einer ziemlich kleinen Parkbucht, aber wir wollte dort heroisch ausfahren. Trotz achterlichen Wind von Steuerbord. Natürlich wurden wir auf die andere Seite gedrückt, wo man uns aber half wieder los zu kommen.

ausfahrt

Die erste Hürde war also geschafft und wir konnten raus aus dem Hafen. Ich habe erst beim Lesen einiger Lektüren im Vorfeld erfahren, dass Palma de Mallorca der dritt größte Yachthafen der Welt ist. Es dauert daher einige Zeit, bis man bei reduzierter Geschwindigkeit von seinem Liegeplatz an der Außenmole des Hafens angekommen ist.

Da lag es nun vor uns. Das Mittelmeer. Wir freuten uns, waren wir endlich in der Wärme und konnten die untergehende Sonne geniessen. Unter Motor testeten wir ein wenig das Boot, wendeten, steuerten und entschlossen uns dann wieder zurück zu fahren. Wir waren nämlich doch ein wenig erschöpft vom Tag. Am Abend ging es dann wieder ins Ta Tsu. Lecker.

Gelernt habe ich, dass die Vorbereitung eines Segeltrips das A und O ist. Nicht nur hinsichtlich der Bevorratung, sondern auch die exakte Absprache mir dem Vercharterer. Ebenso habe ich gelernt, dass der Tag der Ankunft gerne mal mit Einkaufen, Boot bestücken und Bevorratung aufgefressen werden kann. Wer schnell auf See möchte, sollte demnach bestens vorbereitet sein.

Sonntag auf Mallorca

Am Sonntag war es dann soweit. Wir kommen raus aus Palma. Nachdem wir noch einmal mit Anton gesprochen haben, sind wir sicher, dass wir nach Port d’Andratx fahren wollen. Zum einen wäre Port d’Andratx am nächsten an Ibiza dran, zum anderen würde uns der Hafen auch der Umrundung 10sm einsparen. So oder so ein Gewinn und die anderen beiden können mit dem Taxi einfach eine Ehrenrunde drehen.

Um 11:46 kommen wir endlich aus dem Hafen heraus. Insgesamt legen wir 27.1sm zurück. Ziemlich ordentlich für den ersten Tag. Wir haben die Strecke genutzt, um ein paar Übungen wie Kurs halten, Wenden, Halsen, Segel setzen, Segel bergen durchzuführen.

Screenshot 2015-07-26 00.07.19

Alles schien bestens bis zu dem Punkt an dem wir in den Hafen von Port d’Andratx einliefen. Der ablandige Winde frischte ein wenig auf und wir fuhren rückwärts an den Steg. Da wir die Mooringleine nicht richtig packen konnten, waren wir gezwungen einen weiteren Anlauf zu nehmen. Soweit kein Problem. Beim verlassen der Box kam allerdings jemand, der glaubte sich die Box sofort nehmen zu können. Ergo fuhr er mit einem Motorboot hinein und blieb dort stehen. Mit einer Art Sprudelkiste – getrieben von angenommenen hunderten von Seitenrudern – hielt sich das Boot auf Position. Die 2-Mann, bzw. ein Mann und eine Frau Crew legte gefühlte 10 Fender aus und versuchte sich festzumachen. Es kam ein Marinero an Bord um ihnen dabei zu helfen. 10 Minuten vergingen, 15 Minuten vergingen. Wir trieben im Hafenbecken umher.

Dann wurde es mir zu bunt und ich nahm die Box neben der Sprudelkiste, die immer noch nicht fest war. Als das Sprudelkistenpärchen und kommen sah, holten sie weitere 10 Fender an Deck und packten sie auf unsere Seite. Nun war es ein Sprudel-Michelinmännchen. Egal. Ich wollte anlegen.

An den Steg kamen wir, allerdings fluchte die Sprudel-Crew auf uns herum. Da es französisch war und ich es nicht verstand, ignorierte ich es mal und machte und fest. Dachte ich. Leider war die Mooring Leine zu kurz, sodass wir maximal das dünne Seilchen an die vordere Klampe bekamen. Der Steg füllte sich langsam mit Ratschlaggebern, die nun wahlweise auf Commander Sprudel oder mich einredeten. Sprachen taten nichts zur Sache.

Es kam jemand an Bord um mir zu helfen die Leine dichter zu holen. Half aber nichts. Sie war zu kurz. Alle anderen Ratschläge halfen nichts. Weil der gute Mann neben uns aus mir unerklärlichen Gründen sein Boot nicht festmachen konnte, rauschte er mit seiner Kiste wieder ab. Am Steg tauchte plötzlich ein anderer Mann auf der sagte „Man, you are in deep chaos“. Ja, so fühlte ich mich, denn die Mooring vorne war immer noch nicht fest und unsere Yacht wurde dauernd vom Wind zur Seite getrieben.

Der Mann gab uns den Tipp einfach unser Boot auf den Platz der Sprudelkiste zu legen, da dort die Mooringleine länger sei. Gesagt getan und runde 5 Minuten später waren wir fest.

Erschöpft gingen wir duschen und suchten uns ein Restaurant. Wir machten es uns im Miramar gemütlich. Kurze Zeit später kamen Peter und Peggy mit dem Taxi zur Marina. Bei einem Willkommensgetränk haben wir uns dazu entschieden, aufgrund der möglicherweise verkürzten Fahrt „nur“ Mallorca zu umrunden. Ich fing daher an Wetter, Häfen, Buchten, Wegpunkte, Fahrtzeiten, Ausweichmöglichkeiten und sonstige Risiken zu studieren. Wir waren alle ziemlich müde und sind daher auch schnell in die Kabinen verschwunden.

Montag – Törnbericht von Andratx nach Soller

Am Montag waren wir zum ersten Mal an einem Morgen zu viert an Bord. Der Tag begann mit der üblichen Dusche, gefolgt von einem ausgiebigem Frühstück, haben Yvonne und ich doch eine Menge Vorräte in Palma eingekauft.

Es war ein herrlicher Tag! Wir diskutierten noch einmal, ob wir nahebei Malle bleiben sollten, oder doch noch rüber fahren sollten, haben uns dann aber an diesem Montag Vormittag für Mallorca entschieden, da uns dies alles in Allem entspannter aussah.

Auf der westlichen Seite Mallorcas wollten wir eine Reise nach Puerto de Soller antreten, da es auf unserer geplanten Route rund um Mallorca  der am nächsten gelegene Hafen ist. Mit 25 Seemeilen ist die Distanz bei guten 5 Knoten auch in 5 Stunden zu meistern, dachte ich.

Die Voraussage für Wind und Wellen war überschaubar. Gemäß allen möglichen Wetterstationen durften wir mit BFT 1 rechnen. Also raus aus dem Hafen und Segel setzen. Und feststellen, das GAR KEIN WIND vorherrscht. Nichts. Die See war wie eine Badewanne. Ohne Wind und Wellengang konnten wir durch die fantastisch klare See bis auf den Grund schauen, was bei Wassertiefen von 15 Meter schon ein echt tolles Schauspiel ist.

Wir fuhren zwischen Sa Dragonera und Mallorca durch die See und hofften, dass Sa Dragonera nur ein wenig Wind abhalten würde. Vergebens. Also haben wir konsequent die Segel runter geholt und motorten in Richtung Puerto de Soller.

Knapp 7 Seemeilen vor unserem designiertem Ziel haben wir Halt an der Cala de Valdemossa gemacht. Der Anker war schnell ins Meer gelassen, sodass wir in das extrem warme Meer springen konnten. Ein großer Spaß. Wir sind sogar von dort bis in den Hafen von Valdemossa geschwommen.

Screenshot 2015-08-19 21.49.17

 

Nach einer kleinen Abkühlung (oder war es gar keine?), haben wir den Anker wieder eingeholt und sind in Richtung Puerto de Soller gefahren. Dort teilte man uns mit, dass der Hafen voll sei und wir noch einmal gegen 20 Uhr anfragen sollten, ob wir rein kommen könnten. Also sind wir ein paar Kabellängen weiter nördlich in eine wenig geschützte Micro-Bucht gefahren, um dort zu Abend zu essen.

Screenshot 2015-08-19 22.00.35

Mit dem Funkgerät haben wir von dort aus auch um 20 Uhr den Hafen von Soller anfunken können, um zu erfragen, ob man uns hinein lassen würde. Würde man nicht. Also hatten wir die erste Nacht in einer Ankerbucht vor uns.

Ein kleines Studium der Karte verriet mir, dass ca 5 Seemeilen nördlich die Bucht Sa Calobra liegen würde, welche einigermaßen geschützt war. Ich wollte keine Zeit verlieren und habe schon mal den Motor angestellt, während sich alle anderen um die Backschaft kümmerten. Plötzlich tauchte etwas Schwell auf und brachte das Boot zum Rollen. Die Backschaft musste warten, da sich die Crew nicht mehr in der Pantry aufhalten wollte. Yvonne kaute ein Superpep (macht nicht müde) und schlief kurz danach ein. Alle anderen konnte ich davon abhalten, ein solches Kaugummi zu kauen.

Es wurde dunkler. Der Sonnenuntergang war, um es in ein Wort zu fassen, SAGENHAFT!

Wir kamen in die Nähe von Sa Calobra. Es war dunkel. Stockdunkel. Haben wir unseren Törn doch zu einer Zeit durchgeführt, in der der Mond nicht zu sehen war. Ich bat die Crew mit einer Taschenlampe die Gegend abzuleuchten. Nicht in meine Augen. „Was?“ Die kommenden zwei Minuten war ich de facto blind.

Wir erspähten eine große Motoryacht an der Einfahrt zur Bucht. Diese war hell erleuchtet, was uns einen guten Anhaltspunkt gab. Dann half natürlich auch das GPS. Von Radar sprachen wir nur, wenn wir uns etwas wünschten. Am Ende der Bucht lag ein Leuchte-Toni mit einer großen Dufour. Mast komplett beleuchtet. Gemäß GPS war noch Platz zwischen Toni und der Steilwand. Als wir näher heran fuhren, kam dann auch der hinter Toni liegende Kapitän auf die Idee sein Ankerlicht einzuschalten. Also blieben wir vor Toni und suchten einen geeigneten Platz.

Gefunden. Ich bat Peggy und Peter den Anker runter zu lassen, während Yvonne die Tiefe checkte und ich mich darum kümmerte die richtige Position zu halten, bzw. langsam zurück zu fahren. Nachdem die geplante Länge an Ankerkette ins Wasser gelassen wurde, fragte ich, wie es vorne aussehen würde. Es blieb still. Die beiden fummelten an der Kette herum. Dachte ich. Dann überkam mich ein sehr ungutes Gefühl. Es stellte sich heraus, dass die beiden nicht an der Ankerkette herum fummelten, sondern sich vielmehr fragten, wie sie mir erklären würden, dass es keine Ankerkette mehr an Bord gab. Während meine Gedanken um die Frage kreisten, ob ich nicht ausdrücklich kontrolliert habe, dass die Kette mit einem Seil an einem Haken befestigt war, dachte ich schon daran wieder nach Soller zu fahren, da wir ja keinen Anker mehr hatten.

Die Kette war aber mit einem Seil befestigt, sodass die beiden die Kette wieder in die Winsch fummeln konnten und wir unser Ankermannöver fortsetzen konnten. Wir waren fest. Das Schiff schwojte. Alles Bestens. Ich habe noch schnell einen Ankerwarner eingeschaltet, um dann den lieben Rasmus dafür zu danken, dass er uns sicher in die Bucht geführt hat.

Unter freiem Himmel schliefen wir ein.

Dienstag – Törnbericht von Sa Calobra nach Alcudia

Ich wache auf und habe eine latente Panik im Kopf. Sind wir bereits havariert? Ich stehe auf. Gehe ins Cockpit und stelle fest: Nein, sind wir nicht. Wir liegen immer noch genau da, wo wir liegen sollten. Interessanterweise hat sich noch ein weiteres Boot zu uns gesellt. Oder hat der gute Skipper dort wohl auch vergessen das Ankerlicht anzuschalten? Wie dem auch sei. Es lagen 3 Segelboote und die riesige Yacht in der Bucht. Der kleine Strand war leer. Gespenstisch war die Atmosphäre fast. Also machte ich erst einmal einen Kaffee, während der Rest der Crew langsam wach wurde.

Wir machten uns Frühstück und genossen diesen wundervollen Beginn eines neuen Tages. Vom Schwell war in der Nacht so gut wie gar nichts zu spüren. Ich habe für meinen Teil zumindest fest geschlafen. Die Crew ebenso. Wir überlegten kurz, ob wir mir dem Dinghi zu dem kleinen Anlegeplatz fahren sollten, um zu schauen, ob es dort Brötchen gibt, haben uns dann aber mit dem begnügt, was wir an Bord hatten.

Danach haben wir einen kleinen Schnorchelausflug zum Strand gemacht. Von Oben siehr der Strand fantastisch aus. Martin Muth hat auf seiner Webseite http://www.bonanova-books.com/ ein wunderbares Bild vom Strand abgebildet, welches auch in seinem Buch Around Mallorca: Die Insel und das Meer von oben abgebildet ist. Gedruckt sieht es noch schöner aus.


zur Webseite von Martin Muth

Nach der Abkühlung am Morgen, haben wir uns auf den Weg nach Alcudia gemacht. Kurz nachdem wir raus aus der Bucht waren, stellten wir fest, dass der Wetterbericht mal wieder nicht gelogen hat und wir kaum Wind hatten. Dennoch wollten wir die Segel hissen. Unser Großfall hat sich allerdings um eine Saling gewickelt, sodass wir es erst einmal befreien mussten. Dazu haben wir endlich den Bootsmannstuhl einsetzen können.

bootsmannstuhl2

Nachdem wir die Segel gesetzt haben, sind wir dann aber erst einmal in Richtung Cala Clara unterwegs.

Screenshot 2015-08-20 21.46.40

Hier eine Zusammenfassung in einem kleinen Video.

Nachdem wir an der Cala Clara waren, haben wir uns direkt wieder ins Wasser begeben. Die große Motoryacht von der Nacht hat die gleiche Route genommen und an der Cala Clara die Jet Ski’s neben einer Menge anderem Spielzeug ausgepackt, mit denen wohl ein paar Besatzungsmitglieder herum gefahren sind. Wir ankerten und sprangen ins Wasser. Nach einer kurzen Abkühlung ging es dann weiter in Richtung Alcudia. Schliesslich hatten wir noch gute 18 Seemeilen vor uns.

Screenshot 2015-08-20 22.01.17

Die Einfahrt nach Alcudia war extrem einfach, ist Alcudia doch ein ziemlich großer Hafen. Entgegen meiner Port Andratx-Erfahrung, war das Anlegemannüver mit einer 4-köpfigen Crew ein Kinderspiel. Der Wind kam direkt vom Steg, sodass wir unter Berücksichtigung des Radeffektes sehr sauber in die schmale Parkbucht hinein kamen. Auch die Annahme der Mooringleinen und das Festmachen war kein Problem, dank der Crew.

Entgegen Palma und Port Andratx hat Alcudia jedoch keine üblichen Gardena- oder Schraubanschlüsse, sondern irgend ein Spezial-spezial….spezial. Natürlich kann man einen Adapter vor Ort für 9,- € erwerben.

Wir haben es uns am Abend in einem der Restaurants an der Promenade gemütlich gemacht und sind dann in unseren Kojen verschwunden.

4_mallorca_2015_untitled_untitled shoot__DSC2656

Mittwoch – Törnbericht von Alcudia nach Cala Ratjada

Trotz der Nähe zur Promenade konnten wir perfekt schlafen. Der Ankerplatz war extrem ruhig und gemütlich. Nach einem ausgiebigem Frühstück machten wir noch ein paar Besorgungen und etwas klar Schiff, da sich etwas Müll anhäufte. Danach ging es ans Ablegen. Wir hatten bereits etwas Erfahrung in der Crew gesammelt, sodass jeder schon mal besser wusste, was zu tun ist. Vor dem Ablegen haben wir die verschiedenen Strategien von „Vollgas und raus“ bis „schön langsam fieren und immer wieder zurück können“ besprochen und uns dann für letzteres entschieden, da so das Risiko überschaubar blieb.

Raus aus dem Hafen und rein in die nächste Fähre. Dass die Fähre zum Anlegen mitten im Fahrwasser wenden wollte, konnte ja nun wirklich niemand ahnen. Wir waren im Weg und der Kapitän der Fähre machte uns um diesen Umstand aufmerksam, sodass ich besser etwas mehr Gas gab und ihm ausgewichen bin.

An dieser heiklen Situation vorbei stellten wir fest, dass der Wetterbericht heute nicht so ganz Recht hatte, denn wir hatten mal mindestens drei Windstärken und setzten somit die Segel! Herrlich konnten wir in der Bucht von Alcudia in Richtung Cala Ratjada segeln. Während Navionics anzeigte, dass es sich teilweise um „Marine Reverve Area“ handelt, haben alle anderen Karten dazu nichts gesagt. Auch als ich am Hafen von Cala Ratjada den Marinero auf diesen Bereich ansprach, sagte er, dass man in diesem Bereich nicht Ankern sollte. Da wir ohnehin unter Segel voran kamen und auch andere Segler durch dieses Gebiet gefahren sind, habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht. Am Hafen habe ich dann aber doch gesehen, dass es sich um Naturschutzgebiet handelt.

Screenshot 2015-08-30 16.59.43

Kurz vor Cala Ratjada haben wir noch Halt in der Bucht von Cala Moltó gemacht. Peter holte seine LuMa’s heraus, die wir erst einmal aufpusteten. Peggy telefonierte während dessen mit dem Hafen von Cala Ratjada, um uns dort eine Parkbucht zu organisieren. Dort sagte man Ihr, dass sie keine Reservierungen vornehmen würden und wir uns ran halten sollten, da es schnell voll werden konnte. Somit konnten wir für 30 Minuten die LuMa’s nutzen, um uns dann mit Vollgas in den Hafen von Cala Ratjada zu begeben.

Dort angekommen machte uns der Hafenführer darauf aufmerksam, dass der Hafen zum einen extrem klein sei, es kaum Anlegeplätze geben würde, die Duschräume aufs Notwendige beschränkt waren und man nicht so nah an die Kaimauer fahren sollte. Alles in Allem alles andere als Einladend. Wir fuhren dennoch hin – und bekamen einen sehr schönen Anlegeplatz, der darüber hinaus auch noch der günstigste der Insel war.

Nachdem wir nahezu perfekt angelegt haben, kam die Crew der 2eternity of sweden zu uns, welche sich 2013 eine Bavaria Vision 42 zugelegt haben und damit nun im Mittelmeer rumschippern. Sie wollten mal schauen, wie eine Bavaria 41 cruiser aus 2014 von innen aussah. Nachdem sie unser Schiff von innen gesehen haben, waren sie mit ihrer Entscheidung eine Vision gekauft zu haben zufrieden. Nachdem wir deren Schiff von innen gesehen haben waren wir … neidisch 🙂

Die Begegnung war toll und ich habe mich darüber gefreut die erste Segelbekanntschaft mit „nichtnurvomStegAnweisungenGeben“-Seglern gemacht zu haben.

Abends waren wir noch etwas in einem der vielen Restaurants Tapas essen und sind dann ins Bett gefallen.

Donnerstag – Törnbericht von Cala Ratjada nach Porto Petro

Meine Begeisterung vom Urlaub lies mich mal wieder früher als alle anderen wach werden. Ich habe mir direkt meine Sachen gepackt und bin duschen gegangen. Die wenigen Fischer von Cala Ratjada waren zu diesem Zeitpunkt schon lange ausgelaufen. Im Hafen befanden sich allerdings jede Menge Spaßboote, die bereits von ihrer Crew vorbereitet wurden.

Als ich wieder an Bord kam, bereitete ich den üblichen Kaffee vor, während alle anderen langsam aufwachten. Wir begannen den Morgen mit unserem üblichen ausgiebigem Frühstück. Es war ein grandioser Morgen mit einem lauen Lüftchen und einer flachen See. Unsere Vorräte waren noch gut gefüllt, sodass wir nicht erst noch irgendwo an Land nach etwas zu essen suchten mussten.

Nach dem Frühstück machten wir unsere Yacht Seeklar und bereiteten auch uns auf die bevorstehende Sonne vor, indem wir und mit genügend Sonnenmilch versorgten. Die 2eternity of Sweden hat den Hafen bereits während unseres Frühstücks verlassen. Sie planten ebenfalls gen Süden zu fahren, um dann in der kommenden Woche nach Ibiza überzusetzen.

Wir wollten uns aber in der Bucht von Artà mit Andrea treffen. Also schauten wir uns nur zur Sicherheit die Großwetterlage an, bereiteten unseren Tagesplan vor und verliessen langsam aber sicher den Hafen von Cala Ratjada.

Wir fuhren bis zur Bucht S’Illot, wo wir dann versuchten Andrea ausfindig zu machen. Die Dinghi-Fahrt machte wie immer eine Menge Spaß, sodass wir wohlbehalten am Strand ankamen. Yvonne blieb an Bord, um sich dort zu entspannen.

Andrea, die ebenfalls auf Palma Urlaub machte, machten wir schnell aus und setzten uns mit Ihr in eine Bar. Nach dieser kleinen Visite sind wir wieder zurück zur Yachte gefahren. Peggy hatte die heroische Idee von Land zur Yacht zu schwimmen, jedoch verwarf sie diese, da sie ein wenig Panik vor den Banana-Boat-Fahrern hatte. Konditionell wäre es natürlich überhaupt kein Problem gewesen….

Wir holten fachmännisch, wie wir mittlerweile waren, unseren Anker wieder hoch und nahmen Kurs auf Porto Petro auf. Porto Petro ist ziemlich klein, hat jedoch ein sehr großes Bojenfeld. Während der Hinfahrt nahm Peggy den obligatorischen Kontakt mit dem Hafenmeister auf, der uns einen Liegeplat gegeben hat. Dort angekommen, begrüßte uns ein Marinero, der uns unseren Liegeplatz zuteilte. Yvonne war eigentlich sehr glücklich einen Liegeplatz zu haben, da Dinghi-fahren nicht zu Ihren Lieblingsaktivitäten gehört. Der Liegeplatz war dann jedoch … eine Boje im Wasser. Wir kamen nicht um ein Dinghi herum.

Nach einigen Überredungsversuchen schien der letzte erfolgreich gewesen zu sein. Yvonne kam mit an Land und wir konnten gemeinsam in Peters Geburtstag feiern. Im Restaurant Antichi Sapori haben wir mal statt der üblichen Tapas zu einem Italienischen Restaurant gewechselt und eine gute Pizza gegessen.

Nach diesem sehr schönen Abendessen ging es zurück zum Strand, wo unser Dinghi brav auf uns wartete. Zurück an Bord gab es noch ein leckeres Getränk. Danach waren wir reif für die Nacht.

 

Freitag – Törnbericht von Porto Petro nach Sa Ràpita

Porto Petro am Morgen von Peters Geburtstag. Yvonne hat über Nacht das Boot mit Geburtstags-Accessoires geschmückt. Als ich morgens als erster wach wurde, um direkt ins warme Wasser zu springen, musste ich mich zuerst durch den Geburtstags-Dschungel kämpfen.

Es war ein herrlich warmer morgen mit einer extrem ruhigen Bucht. Ich entschied mich mal endlich das Salzwasser Duschgel auszuprobieren und stellte fest, dass es gar nicht mal so schlecht ist. Allerdings habe ich mich lieber noch mal mit dem Wasser aus der Bordbrause abgeduscht.

Nach dem obligatorischem Frühstück an Bord, welches an diesem Morgen zu einem Geburtstagsfrühstück umfunktioniert wurde, legten wir von unserer Boje ab und verliessen den Hafen von Porto Petro, um uns auf den Weg nach Sa Ràpita zu machen.

An der südlichsten Spite Mallorcas, dort wo man schon die Insel Sa Cabrera sehen kann, schmissen wir eine Boje über Bord, um mal zu sehen, wie gut wir diese unter Segeln wieder einfangen können. Der Crew wurde ziemlich schnell bewusst, dass es auf eindeutige Kommandos, exakte Planung und präzises Handeln gehen muss, um ein über Bord gefallenes Crewmitglied wieder an Bord holen zu können. Bei einer über Bord gegangenen Boje kann das Mannöver des Einholen der Boje allerdings schon daran scheitern den Bootshaken falsch herum zu halten. Wenn der Haken in der Luft hängt, fängt man mit der Stange keine Boje.

Nach dem kleinen Ausflug in die Lehre des Bootsfahrens, nahmen wir wieder Fahrt auf und steuerten in Richtung Ses Covetes.

es Covetes

Wir fanden den Strand extrem schön und blieben dort für ein paar Stunden. Anlässlich Peters Geburtstag haben wir es uns in der Strandbar gemütlich gemacht. Als dann der Nachmittag zu Ende ging und es steil in Richtung Abend ging, entschieden wir uns mit unserem Dinghi zurück zur Yacht zu fahren, um uns auf nach Sa Ràpita zu machen. Dort bekamen wir sehr schnell einen Liegeplatz und konnten die Duschen aufsuchen.

Am Abend waren wir im Hafenrestaurant zum Essen und gingen danach ziemlich schnell ins Bett, natürlich nicht ohne den Tag mit einem letzten Geburtstagsdrink an Bord zu beenden.

 

Samstag – Törnbericht von Sa Ràpita nach Palma

Unser letzter Segeltag brach an. Neben uns lag noch einmal die 2eternity of Sweden, welche an diesem Tag ihre Reise nach Ibiza antrat. Wir reinigten noch einmal das Deck des Schiffes und räumten nach einmal alles auf, bis wir dann die letzte Etappe antraten. Unser Plan war noch einmal vor Palma in S’Arenal halt zu machen und uns das Treiben am Stand anzusehen.

Als aur aus dem Hafen ausgelaufen sind, fiel mir auf, dass die Spritanzeige PingPong spielte und dauernd von voll zu leer hüpfte. Wir entschieden uns daher noch mal eben in S’Estanyol anzuhalten, um dort nachzutanken. Wir tankten sage uns schreibe 30 Liter. Da facto war der Tank demnach nicht leer. Sicher ist jedoch sicher. Also verliessen wir diesen Micro-Hafen mit einem guten Gefühl und machten uns auf den Weg nach S’Arenal.

Yvonne entschied sich nicht von Bord zu gehen, sodass wir nur zu dritt die Reise im unglaublichen Dinghi antraten. An der Promenade von S’Arenal nahmen wir einen Drink zu uns, liefen etwas umher und entschieden uns dann wieder diesen Fleck der Ere zu verlassen.Roblox Hack Free Robux

Zurück bei Yvonne erzählte sie uns, dass ein Motorboot kam, welches nach einem Geburtstagskind suchte. Im Nachhinein waren wir Yvonne dankbar, da es sich wahrscheinlich um ein paar Banausen handelte, die nicht ein Geburtstagskind, sondern eher ein paar Wertgegenstände suchten. Da Yvonne an Bord war, blieb ihnen der Zugang zum Boot jedoch verwehrt. Wir machten uns besser keine weiteren Gedanken und machten uns auf den Weg nach Palma.

Zu guter letzt setzte noch einmal ordentlich Wind ein, sodass wir mit Vollzeug schöne 6.5 Knoten Fahrt machten und somit leise und sicher in den Hafen von Palma de Mallorca einlaufen konnten.

Es war eine wundervolle Reise mit vielen schönen Momenten, die ich wahrscheinlich in ihrer Vielfältigkeit und Intensität nicht wiedergeben kann. Gelernt haben wir auf unserer Reise ein Menge. Vor allem, dass eine Umrundung von Mallorca mit einem Segelboot durchaus länger als eine Woche dauern darf, da man sonst jede Menge Strände verpassen wird und sich nicht jeden Tag die Zeit nehmen kann an einem beliebigen Strand Stundenlang zu verweilen.

Nach oben