Törnbericht Mallorca Ibiza 2018 Teil 1

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Törnbericht Mallorca Ibiza 2018 Teil 1

Dieser Törnbericht soll Euch zum einen unsere Erlebnisse widerspieglen, wie auch ein paar Tipps zum Segeln und vor allem Geniessen zwischen Mallorca und Ibiza geben. Wir starteten am 26.5.2018 mit unserem bei IRIS Yachtcharter über das Adriatic Sailingteam gecharterten Segelboot, einer Bavaria 40, aus dem Jahr 2015 im Hafen von S’Arenal auf Mallorca.

Eigentlich war eine Reise zu viert geplant, jedoch sprangen ein paar Wochen vor Abreise die geplanten Mitsegler ab, sodass wir nur noch zu zweit waren. In der Kürze der Zeit konnten wir keine weiteren Mitsegler auftreiben, mit denen wir uns vorstellen konnten zwei Wochen auf einem Boot zu sein. Daher haben wir uns lieber dazu entschieden allein zu fahren, statt mit Fremden einen Törn zu verbringen.

Eine Reise zu zweit hat viele Vorteile, da man sich aufeinander konzentrieren kann und man sehr viel mehr für sich geniessen kann. Budgetär gesehen ist das Ganze jedoch ein ziemlicher Kraftakt, den ich mal wieder etwas unterschätzt habe. Aber dazu später mehr.

Wer nur eine Übersicht der Reise haben möchte, wird im Teil Statistik fündig und klickt auf diesen Link.

Freitag, der 25.5.2018

Bereits einen Tag dem geplanten Termin des Ablegens kommen wir auf Mallorca an, da wir in einem schönen Restaurant in Sandras Geburtstag hinein feiern möchten. Die erste Nacht verbringen wir im Hotel Gran Melia Victoria in der Nähe des Hafens von Palma de Mallorca. Nachdem wir am Hotel angekommen sind, bringen wir schnell unsere Koffer auf unser  Zimmer und brechen auf zum Lokal der Wahl, dem Forn in der Innenstadt von Palma. Zumindest war das unser Plan, da wir noch im Hotel ein Taxi haben rufen lassen. 10 Minuten später stehen wir noch immer in der Hotel Lobby. 20 Minuten später ebenso. Also entscheiden wir uns dazu auf die Straße zu gehen, um dort während wir den Weg ein Stück laufen, ein Taxi anzuhalten. Wir gehen auf gegenüberliegenden Straßenseiten, um kein Taxi zu verpassen. Schließlich winken wir, beziehungsweise jeder einzeln dem selben Taxi zu. Ich muss ja nicht beschreiben, zu wem der Fahrer fährt. Kurze Zeit später setzt er uns am Passeig Maritimo in Höhe des Forn ab.

Das Restaurant ist ein echter Kracher und einfach nur zu empfehlen. Pünktlich zum Geburtstag liefern sie natürlich auch ein mit Feuerwerk bestücktes Kuchenteil und ein Getränk. Wir stossen an und freuen uns über den schönen Abend. Auf einen weiteren Cocktail gehen wir nach dem tollen Abendessen ins gegenüberliegende Abaco, um uns in den Innenhof zu setzen. Dort ist  dann aber auch schon gegen 2 Uhr Schluss. Die Wärme, die einem noch um 2 Uhr Nachts auf Mallorca bereits im Mai begegnet, fühlt sich wunderbar an. Wir gehen in dieser schönen Wärme wieder zurück zum Hotel, biegen noch einmal falsch ab und finden dann aber doch unseren Weg. Sandra läuft sich während wir zum Hotel laufen direkt eine Blase, sodass sie schon mal barfuß unterwegs ist. Am Hotel angekommen, haben wir noch Lust auf ein Kaltgetränk, jedoch ist die Bar bereits geschlossen und das Hotel bereits im Mute-Modus. Daher gehen wir kurzerhand ins Bett.

Samstag, der 26.5.2018 – von El Arenal nach Puerto Portals

Segeltörn

Start 17:08
Ende 20:02
Dauer 2:53
Distanz 10.3 NM

“Heute ist Geburtstag” von Kapelle Petra dröhnt aus der mitgebrachten Ultimate Ears Megaboom. Wir duschen, verpacken wieder alle ausgepackten Kleidungsstücke in unsere Koffer und verlassen das Zimmer. Ich hatte bei der Buchung ein wenig Angst, dass das Gran Melia Victoria schon etwas in die Jahre gekommen sein könnte. Latent werde ich bestätigt, aber der Preis- / Leistungsverhältnis stimmt in diesem Hotel auf jeden Fall und das Attribut „abgeranzt“ kann man dem Hotel nun wirklich nicht geben. Unsere Koffer geben wir beim Concierge ab und gehen wieder in Richtung Santa Catalina, wo wir im Madeleine de Proust einkehren, um dort zu frühstücken. Danach besuchen wir die nebenan gelegene Markthalle, in der Sandra es nicht sein lassen kann sich ein Baiser-Ding mitzunehmen. Während ich nur diese Hartschaum-Zuckerbomben kenne, ist dieses Teil zu allem Überfluss noch weich und cremig. Eine Wonne. Das Weinangebot lassen wir wie es ist und können auch sonst überall widerstehen, da wir ohnehin noch in den nahegelegenen Supermarkt wollen, um dort alles notwenige für unseren Törn zu kaufen.

Schon zu Hause haben wir eine kleine “Buy me a Pie” Liste erstellt, um im Supermarkt nur noch alles in den Wagen werfen zu müssen. Wir laufen also rüber zum nahegelegenen Mercadona und kaufen ein, als gäbe es kein Morgen mehr. Man kann dort ziemlich gut .sehen, dass mehrere Chartercrews sich mit Lebensmitteln eindecken. Nachdem wir alles im Wagen haben und uns die Kassiererin um ein paar Euros erleichtert hat, gehen wir hinaus, um ein Taxi zu suchen. Sandra organisiert uns einen fahrbaren Untersatz, mit dem wir zum Hotel fahren, dort unsere Koffer ins Taxi laden und dann zum Yachthafen von El Arena fahren.

Der Taxifahrer erklärt uns während der Fahrt, dass er nur im Sommer Taxi fahren würde und im Winter Tennisunterricht gibt und dass Mallorca von Billigmietwagenanbietern überflutet wird, sodass zum einen sein Geschäft schlechter läuft und zum anderen die Touristen keine Ahnung haben, wie sie auf der Insel zu fahren haben. Dann erklärt er und noch, dass eine Taxilizenz auf Mallorca pro Jahr 40.000,00 € kosten würde. Na klar.

Wir kommen am Yachthafen an, kurz nachdem wir mitten durch El Arena gefahren sind. Ein interessantes Kontrastprogramm. Der Pförtner kann erst einmal mit IRIS Yachtcharter nicht so viel anfangen, jedoch kann ein Passant dankenswerterweise vermitteln. Ich finde das Büro des Verchartertes und bitte den Taxifahrer vor dem Büro anzuhalten, um dann dort auszuladen. Wir laden aus und ich ging ins Büro, um den wohl kritischsten Teil der Reise zu erledigen. Die Erledigung der Papiere ist insofern interessant, da ich am Tag der Abreise in Deutschland feststellte, dass meine Bootsführerscheine nicht dort waren, wo sie hätten sein sollen. Nachdem ich das Haus auf den Kopf stellte, gab ich auf und fuhr ohne sie zum Flughafen Düsseldorf. Ich telefonierte noch mit dem DSV in Hamburg und bat um ein FAX, welches bestätigen würde, dass ich im Besitz einer Fahrerlaubnis bin, jedoch wurde ich lediglich angeraunzt, dass man dort schon genug zu tun hätte und ich ja eine Kopie meines Führerscheins habe, welche ja mehr aussagen würde, als eine Bestätigung vom DSV. Ohne es im Detail juristisch ausführen zu wollen, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass das nicht stimmt. Zum Glück habe ich Kopien meiner Führerscheine erstellt, welche ich schon bei Buchung an IRIS Yachtcharter per Mail sandte. Somit fragt auch niemand mehr nach den Originalen. Übrigens haben sich die Scheine dann nach Ankunft zu Hause 3 Wochen später wieder gefunden. Ich hatte sie die ganze Zeit bei mir in meiner Brieftasche. Sie sind nur in ein Fach gerutscht, welches ich bis dato nicht kannte.

Ich unterschreibe alle notwendigen Papiere, nachdem ich unseren Ankunftstag um eine Woche nach hinten korrigierte, bezahle Kaution und Extras und gehe wieder nach draußen. Dort verlädt Sandra bereits mit Andreas, der für Iris die Wartung und Einweisung übernimmt, unsere Einkäufe in den Van. Ich helfe noch schnell alles zu verladen und folge den beiden, die mit dem Van zur Yacht fahren, dann zu Fuß.

Am Ende des Stegs liegt unsere Tesoro. Sie sieht so aus, als wäre sie in diesem Jahr noch nicht einmal auf See gewesen. Wir verladen das Notwendigste. Danach gibt mir Andreas eine extrem ausführliche Einweisung in die Benutzung der Yacht. Ich war sehr beeindruckt, habe ich in der Vergangenheit maximal eine Papier-Checkliste bekommen, die ich selbst abhaken durfte. Nach einer guten halben Stunde sind wir durch, sodass Sandra und ich die restlichen Einkäufe verladen können. Vorher holen wir kurz die Segel raus, um sicherzustellen, dass alles funktioniert. Wie verladen unsere Gegenstände und ich beginne damit die Yacht Geek-fähig zu machen, verlegte also ein paar USB Ladekabel, Stecker, Halterungen, Haken, Ösen und Elektronikzeug.

Dann sind wir auch nahezu fertig zum Ablegen. Die Festmacher sehen allerdings auch so aus, als wären sie noch im Winterschlaf und seit 2017 in exakt dieser Position, natürlich unterhalb aller anderer Festmacher, sodass wir erstmal mehrfach die Festmacher lösen und neu verlegen, sodass letztlich unsere Festmacher als oberste auf der Klampe liegen. Der Steuerbord-Festmacher ist eine extrem grobmaschige und zugleich störrische Leine, welche sich kaum verbiegen oder drehen lässt.

Dann ist es endlich soweit. Die Festmacher liegen auf slip an oberster Stelle auf der Stegklampe. Die Badeplattform ist oben. Der Landstrom ist abgekoppelt und wir bei bester Laune. Ich starte den Motor, lege den Gang ein und die Schraube drückt die Tesoro und somit auch uns nach vorn. Sandra löste die Mooringleine vorn, sodass wir nur noch achtern fest sind. Der Wind ist uns gnädig bei unserem ersten Ableger zu zweit und bleibt mal kurz weg. So können wir entspannt aus der Box fahren und Kurs auf die Bucht von Palma nehmen. Dieses tun wir dann auch sogleich und gleiten aus dem Hafen. Wir sind auf offener See. Wir drehen in den Wind, der nun wieder mit BFT3 weht und setzen Segel. Ein Traum.

In den kommenden Stunden fahren wir durch die Bucht von Palma nach Puerto Portals. Als wir dort ankommen ist nur noch ein Marinero zugegen, der uns einen Liegeplatz zuweist, an dem wir längsseits ohne Versorgung von Wasser, Strom oder sanitären Anlagen festmachen können. Da der Wind wieder nahezu eingeschlafen ist und darüber hinaus der Hafen sehr gut geschützt ist, legen wir extrem trivial an. Das war mal einfach.

Aus Palma hören wir ein lautes Hupen von einem der riesigen Kreuzfahrt-Schiffe, welches mit vielen Gästen offensichtlich ablegt. Ich hole meine Kamera und warte an den Wellenbrechern darauf, dass das Schiff endlich an mir vorbeifuhr. Meine Nautik-App sagte mir zuvor, dass das Schiff in Richtung Ibiza fahren würde, ergo an uns vorbei kommen muss. Sandra telefoniert während dessen mit ihrer Oma und checkt die letzten eintreffenden Geburtstags-Nachrichten. Die Sonne geht langsam unter, jedoch ist es alles in Allem ziemlich diesig. Das Schiff fährt ziemlich weit entfernt an uns vorbei, sodass man kaum etwas von dem Kahn sieht. Wir gehen duschen und bereiten uns auf einen schönen Abend vor.

Da wir Sandras Geburtstag gebürtig feiern wollen, machen wir es uns in einem der Restaurants, dem Spoon gemütlich. Das Essen dort ist – wie in jeder Gastronomie in Puerto Portals – überteuert, aber sehr gut. Der Service im Übrigen auch. Nach dem Spoon gehen wir noch kurz ins Ritzi, bzw. in die Ritzi Lounge Bar um uns anzusehen, was man mit Botox heutzutage alles machen kann. Das Ritzi ist wie immer ein großer Spaß, auch wenn wir mit 16,- € pro Moscow Mule nicht mal ansatzweise angetrunken sein können. Nach dem großen Spaß gehen wir wieder zurück zum Boot, um dort noch einen Absacken zu trinken und dann ins Bett zu gehen. Die erste Nacht auf dem Boot ist extrem ruhig und angenehm. Zu zweit hat man auf einer 40 Fuß Yacht eine Menge Platz und kann, wenn man im Hafen festgemacht hat so gut wie in einem Bett zu Hause schlafen.

Sonntag, der 26.6.2018

Am Morgen überlegen wir, wir wir am Besten von der äußersten Kante der Marina zum Hafenbüro kommen, ohne dabei bereits den ersten Marathon absolvieren zu müssen, denn natürlich liegt das Büro des Hafenmeisters auf der gegenüberliegenden Seite unseres Steges. Also entweder 25m Wasser oder 900 Meter Weg. Mit der Yacht möchte ich noch nicht einfach rüber fahren, da wir weder als Crew geübt sind, noch ich das Boot adhoc im Detail navigieren kann, noch Sandra in ihrem Leben viele Anlegemanöver absolviert hat. Wir entscheiden uns für das Dinghi und hiefen das kleine Beiboot gefolgt vom Außenborder ins Wasser. Mit diesen Außenbordern aus der Charter stehe ich grundsätzlich auf Kriegsfuß und natürlich will der Motor nach sorgfältiger Montage nicht starten. Also öffne ich erst einmal die Abdeckung des Motors und schaue, ob mich ein lila farbenes Monster ansieht, welches ich dann einfach entfernen könnte, um den Motor starten zu können. Es ist allerdings kein Monster unter der Abdeckung. Ich ziehe also weiter am Startband. Kontrolliere noch mal Choke, Benzinfüllstand, Benzinhahn. Ziehe weiter am Band. Bitte Sandra den Werkzeugkoffer zu holen, um die Zündkerze zu trocknen. Stelle fest, dass es im Werkzeugkoffer keinen Zündkerzenschlüssel gibt. Ziehe weiter am Band. Werde mit jeder Sekunde zorniger. Schimpfe auf diese PARSUN Motorenhersteller. Nörgele herum. Alte Reiskocher (ohne zu wissen woher der Hersteller PARSUN eigentlich kommt). Ziehe weiter. Werde wütend. Wundere mich über diesen kleinen Pin am Gashebel. Und schmunzele, denn ich Idiot habe vergessen den Motorunterbrecherschnupsi (oder wie auch immer dieses Teil heissen mag) anzubringen. Nachdem das kleine süße schwarze Etwas eingelegt ist, startet der Motor auf anhieb. Choke brauche ich nicht mehr, da durch meine Versuche den Motor zu starten dieser schon warm ist.

 

Da nun der Motor endlich knattert, mache ich mich auf den Weg, um an der anderen Seite des Hafens wieder festzumachen. Die Mauer ist ziemlich hoch, sodass ich mein Dinghi erst daran festmache, dann die Unterlagen auf die Mauer werfe, um mich dann an der Leine hochzuhangeln. Der Hafenmeister ist sehr nett und verlangt 95,- € für unseren mageren Liegeplatz ohne Wasser und Strom. Ich finde das zwar happig, habe aber von Puerto Portals keine Niedrigpreise erwartet. Also gehe ich wieder zurück zur Kaimauer, springe waghalsig in mein Dinghi, starte den Motor und fahre zur Tesoro. Nachdem wir das Dinghi wieder an Bord verstaut haben, dampfen wir in die Vorspring ein und legen ab. Vorher bewundern wir noch einmal das Segelboot an der gegenüberliegenden Kaimauer, welches laut meinen Recherchen für den Liegeplatz läppische 700 Euro bezahlt hat.

Vor uns liegen gute 300 Seemeilen, die wir in den kommenden 12 Tagen in unserem Kielwasser zurück legen wollen. Es ist nicht so richtig warm an diesem Morgen. Der Himmel ist noch ziemlich grau, sodass das Wasser im Hafen ebenfalls alles andere als tiefblau aussieht.

Doch zuerst geht es an der nördlichen Spitze der Bahia de Palma vorbei in Richtung Port D‘Andratx. Wir fahren aus dem Hafen von Puerto Portals heraus und geniessen direkt den Wind, der uns nach Port D‘Andratx bringen soll. Also ab in den Wind und Segel setzen. Für die Bucht von Santa Ponça bleibt uns leider keine Zeit, da wir gerne vor der Einfahrt zum Hafen von Port D’Andratx noch ein paar Mal einige Rettungsmanöver für den Ernstfall üben wollen. Zum einen eignen sich so viele Tage auf der Yacht auch mal dazu derartige Übungen durchzuführen und zum anderen ist es immer gut zu wissen, dass im Notfall jeder an Bord die Yacht zumindest so weit in den Griff bekommt, dass der über Bord gegangene eine gute Chance hat gerettet zu werden.

Am Cap de Cala Figuera wenden wir drei Mal, damit wir an der Spitze der Illa del Toro vorbei kommen können. Mittlerweile sind die meisten Wolken verschwunden, der Himmel blau, die Sonne hoch und warm und das Meer tiefblau. Wir sitzen im Cockpit und bewundern die vielen Yachten, die mir uns fahren, uns entgegen kommen, oder unseren Kurs kreuzen. Mit einem Kurs von ca. 315° fahren wir an dem Leuchtfeuer von Port D’Andratx vorbei, um dann unsere Übungen vor der Bucht von Port D’Andratx durchzuführen.

Die über Bord gegangenen Fender können wir beide natürlich immer wieder sicher an Bord befördern, sodass wir unser kleines Training nach einer knappen Stunde beenden. Also ab in den Hafen von Port D’Andratx. Die Marineros in diesem Hafen sind wirklich richtig richtig gut. Die Annahme per Funk war bereits professionell und als wir zum Steg kommen, warten dort schon zwei Marineros, die uns helfen die Yacht sicher an den Steg zu bekommen. Alles geschafft. Also Zeit für einen Anleger, Zeit, um den lieben Rasmus für die schöne Fahrt zu danken und Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Natürlich können wir auch beobachten, wie andere Crews bei mittlerweile 15 Knoten Seitenwind reihenweise die Yachten noch kurz vor dem Anlegen verdrehen und quer in der Box stehen. Dieser auflandige Wind in Port D’Andratx hat mir schon mal vor ein paar Jahren Kopfschmerzen bereitet, als ich ebenfalls mit einer unerfahrenen Mitseglerin, damals allerdings ohne Hilfe von Marineros und ohne Bugstrahlruder anlegen wollte. Eine der Crews schafft es eine Mooring-Leine in die Schraube zu ziehen, sodass einer der Marineros mit dem Dinghi ankommen muss, um dann ins Wasser zu springen. Unter Wasser hat er offensichtlich wieder alles neu verknotet, jedoch bleibt ein Schnipsel übrig. Ich hätte das kleine zerfledderte Seil als Andenken behalten, jedoch schmeisst der Skipper der Unglücks-Crew, dem der Marinero das kleine Tau in die Hand gegeben hat, den lästigen Fetzen mürrisch in die Mülltonnne, um dann sein Werk mit einer Flasche Bier zu feiern.

Mit blieb noch etwas Zeit, um über die Zusammenstellung einer anderen Crew nachzudenken. Diese Crew legte kurz nach uns und neben uns an und sah ziemlich zusammengewürfelt aus. Als das Wort Bordkasse beim Berzahlvorgang mit dem Marinero fiel, schaudert es mir ein wenig, denn die sechs Personen auf dieser 40 Fuß Bavaria neben uns sind sehr offensichtlich wirklich wild zusammen gewürfelt und passen augenscheinlich so gar nicht zusammen. Ich erinnere mich an meine Ausbildungstörns, welche durchweg alle lustig hinsichtlich der Crew Zusammensetzung waren, jedoch ist ein Ausbildungstörn noch etwas anderes, als ein Urlaub mit völlig Fremden. Mein Ding ist es auf jeden Fall nicht. Zumindest ist meine Vorstellung daran alles andere als einhundert Prozent positiv.

Duschen können wir prima an Bord, da die achterliche Nasszelle mit einer Trennwand für die Dusche und einem Ablauf aus Teak Holz ausgestattet ist. Platz zum Duschen ist ebenfalls genug vorhanden, sodass der Gang zu den Marina-Duschen uns erspart bleibt. Die Tesoro dampft, während wir duschen, aber es war herrlich.

Wir sind am Abend bei Freunden zu Gast, welche uns direkt an der Marinaeinfahrt abholen, um mit uns zu ihnen zu fahren. Als wir bei ihnen zu Hause ankommen können wir noch kurz deren beiden Kindern eine gute Nacht wünschen, bevor diese dann ins Bett gehen. Wir befinden uns in Andratx unweit von Port D’Andratx. Die Tapas, die die beiden gemacht haben sind grandios und der Abend insgesamt ein großer Spaß. Die finale Sangria war perfekt zubereitet. Die beiden sind aus Deutschland ausgewandert und richten sich seit knapp einem halben Jahr auf Mallorca ein. Gegen 12 sind wir wieder zurück auf der Tesoro und gehen direkt ins Bett.

Montag, der 27.5.2018 – Von Mallorca nach Ibiza

Die Nacht war extrem ruhig, wenn auch kurz, da wir bereits um 7:30 aufstehen.

Ein langer Tag, oder zumindest eine lange Reise steht uns bevor. Als ich die Luke des Niedergangs öffne, offenbart sich ein Wetter, welches ich eher aus dem Winter auf Mallorca kenne. Der Himmel ist dunkelgrau und der Wind stark und kalt. Die verschiedenen Wettervorhersagen sagen mehr oder wenig unisono, dass der Wind aus Südwest mit einer Stärke von 15 Knoten kommen wird. Dass Ganze bei einer Außentemperatur von 24’C. Ich koche uns erst einmal einen Kaffee und ein paar Eier.

Wir sitzen im Cockpit und bestaunen bei unserem kleinen Frühstück das bunte Treiben am Steg. Auch die andere Crews frühstücken, diskutieren über das Wetter und überlegen, was sie heute alles schaffen wollen. Nachdem der Kaffee ausgetrunken war, machen wir uns langsam fertig für die Überfahrt nach Ibiza. Um exakt 9 Uhr legen wir ab. Wir fahren aus der Bucht des Hafens heraus und drehen in den Wind, um das Großsegel aus dem Mast zu holen, fallen dann auf 230’ ab und rollen das Vorsegel ebenfalls aus. Unsere durchschnittliche Geschwindigkeit liegt an diesem Tag bei 5.7 Knoten. Für die 63,5 Seemeilen benötigen wir 11 Stunden und 30 Minuten. Wir segeln die gesamte Strecke hoch am Wind, was latent nervt. Auf halber Strecke frischt der Wind noch etwas auf, sodass ich mich entscheide die Segel zu reffen.

Meine Vorahnung gibt mir Recht, denn der Wind frischt zwischendurch auf bis zu 25 Knoten auf. Die Yacht liegt ziemlich gut auf der Backe und der Wind auf See ist so kalt, dass wir uns mit Decken eindecken. Uns überholt ein weiteres Segelboot, welches einen längeren Rumpf, aber vor allem eine größere Genua hatte. Seekrank werden wir nicht, jedoch legen wir uns abwechselnd mit geschlossenen Augen ins Cockpit, damit sich Hirn und Magen beruhigen können und sich dieses kleine Gefühl des Unwohlseins wieder verflüchtigt. Nachdem der Wind nun auffrischt, lassen die größeren Wellen auch nicht auf sich warten. Nun offenbart sich ein kleiner aber extrem nerviger Defekt am Bimini des Bootes. Es fällt aus der Verankerung und hebt ab, als und eine Welle erfasst. Danach kracht es wieder auf das Teakholz der Lauffläche an Backbord. Da es nun schon mal gelockert war, macht es diese Bewegung nun immer wieder.

Mein Hirn beginnt damit die Optionen einer Reparatur durchzugehen. Ursprünglich wurde das Bimini wohl mit einer Klammer, welche hinter einer Art mit Imbusschrauben befestigten Hülse festgehalten. Meine Versuche die Imbusschrauben der Hülse zu lösen scheitern, da der ganze Block vom Salz des Meeres angefressen und vergriesgnaddelt ist. Kabelbinder sind auch keine Option, da es nichts zu umbinden gab. Die Hülse ist direkt auf der Aluminium Rinne geschraubt. Dann fällt mir auf, dass die Rollreffleine direkt vor der Hülse vorbei führt. Ich stecke den Pin des Bimini wieder in das Loch der Halterung, halte der Rollreffleine vor den Pin und hole die Leine dicht. Hält. So haben wir zumindest kein fliegendes Bimini mehr und schonen das Teakdeck. Allerdings habe ich bei der Aktion mein heiß geliebtes Cappi verloren, welches mich nun seit einigen Jahren treu auf meinen Reisen begleitete. Es hatte schon eine gewisse Patina, was ich irgendwie ganz schön fand. Außerdem stand HUGO drauf, was mich immer wieder an einen kühlen Drink erinnerte. Es war noch nicht ganz vom Kopf geflogen (warum auch immer ich es nicht ordentlich festgebändselt habe), da verschlang es die See. Selbst eine direkte Kehrtwende half nicht es wieder zu finden. Dies soll wohl mein Tribut dieses Törns sein.

Land in Sicht

Nach sechseinhalb Stunden Fahrt und zurückgelegten 35 Seemeilen sehen wir die ersten Umrisse unseres Ziels. Die Sicht ist alles andere als klar, da die Luft extrem diesig ist. Der Anblick der Umrisse Ibizas treibt mir Tränen in die Augen. Sandra liegt mir der Decke im Cockpit, während ich nicht mit meinen Augen von der Insel los komme. Ich halte inne und atme tief ein und wieder aus. Dieser Moment ist wunderschön. Ich fühle, wie sich alle Haare auf meiner Haut aufrecht stellen. Plötzlich ist mir warm. Die Wolken wichen in den letzten Stunden der See, sodass wir nun diesen Anblick bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein genießen dürfen. Es ist ein wundervolles Gefühl. Ich vergesse die Wellen, die immer noch das Boot auf die Seite drücken und bleibe im Cockpit stehen, während ich mich an der Sprayhood festhalte. Wir steuern auf Ibiza zu. Sandra bemerkt, dass ich wie angewurzelt nach vorne starre, steht auf, hält mich fest und geniesst diesen Anblick gemeinsam mit mir.

Für weitere 10 Seemeilen halten wir unseren Kurs. Drei Wenden später fahren wir direkt auf die kleine Insel Tagomago zu. Wir wenden noch insgesamt fünf mal, bis wir uns auf direkten Kurs zur Hafeneinfahrt von Santa Eulalia befinden. Nach 11 Stunden Fahrt holen wir die Segel ein und fahren in den Hafen von Santa Eulalia. Wir haben es geschafft. Es ist schon spät, aber die Marineros sind noch zugegen und geben uns einen Liegeplatz, nachdem wir nach seitlichem Anlegen an der Tankstelle erst einmal ein paar Papiere auf den Kopierer gelegt haben. Mit 62 Euro für einen Liegeplatz samt Strom (ohne Wasser) ist Santa Eulalia die wohl preisgünstigste Option auf Ibiza, wie wir im späteren Verlauf unserer Reise lernen sollen. Wir legen uns um 20:30 an Mooringleinen achtern an den Steg, atmen erst einmal tief durch, danken Rasmus dafür, dass er uns sicher durch den Kanal von Mallorca gebracht hat und geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, dicht gefolgt von einer selbst gemachten Gemüsepfanne und einer Flasche Weißwein. Wir sind müde und erschöpft, fühlen uns zugleich aber auch glücklich und entspannt, da die große Überfahrt eine spannende Reise – wenn auch ohne Delphine – war.

 

Dienstag, der 29.5.2018 – von Santa Eularia über Cala Llonga nach Talamanca

Der nächste Tag bricht für mich früh an, da ich bereits um 6:30 nicht mehr schlafen kann. Viel zu früh am Morgen stehe ich auf und gehe ins Cockpit, um die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen. Statt eben genau diese Sonnenstrahlen abzubekommen, sehe ich graue Wolken und friere ein wenig in meinem T-Shirt. Ich gehe zurück in die Pantry und beginne damit einen Kaffee aufzusetzen und mir zeitgleich die Zähne zu putzen. Nach erfolgter Zahnreinigung schalte ich den Herd wieder ab und lege mich noch einmal ins Bett. Sandra wird bei meiner Aktion immer wieder wach, aber schläft auch genau so schnell wieder ein. Um 9 Uhr wache ich wieder auf und starte erneut einen Versuch einen Kaffee zu kochen. Dieser gelingt mir auch. Ich brutzele uns ein “Omelette Spezial”, was so etwas wie ein Omelette hinsichtlich der Inhalte ist, aber die Konsistenz eines Rührei hat, damit man die Masse besser auf zwei Teller verteilen kann. Wir frühstücken in Ruhe im Cockpit. Im Pullover. Es ist noch nicht so richtig so warm, wie wir es uns vorgestellt haben und dieser graue Himmel ist auch nur fast so wie Ibiza. Gegen 12:30 verlassen wir den Liegeplatz, halten noch einmal an der Tankstelle, um den Chip, den man zum Zugang zu den sanitären Anlagen erhält wieder abzugeben, um dann in Richtung Cala Llonga zu fahren, welche wir um 13:30 erreichen. Dort ankern wir und springen zum ersten Mal ins Wasser. Dieses ist extrem trübe, aber hat durchaus eine Temperatur, die es angenehm zum Baden macht. Die Sonne kommt nun auch endlich heraus, sodass wir es uns auf der Badeplattform der Yacht gemütlich machen und immer mal wieder eine kleine Abkühlung geniessen. Streng genommen ist es eine Abwechslung von Corona trinken und Sprung ins Wasser. Begleitet vom “We’re going to Ibiza” von den Vengaboys. Gegen 17:30 machen wir uns auf, um in die Bucht von Talamanca zu fahren, da wir dort ankern wollen, um abends im Fish-Shack – oder auch dem kleinen Fischrestaurant ohne Namen auf der Klippe – etwas zu essen.

Wir ankern und duschen auf dem Boot. Danach lassen wir das Dinghi zu Wasser und statten es mit dem Motor aus. Sicherheitshalber packen wir die Paddel ins Dinghi. An den um uns liegenden Booten fahren wir bei Anbruch der Dunkelheit vorbei und landen an dem Betonsteg, der vor dem Restaurant Sa Punta ist, an. Wir ziehen das Dinghi aus dem Wasser und legen es an Land. Danach machen wir uns auf den Weg zum nahe gelegenen Fischrestaurant – the Fish Shack, oder das Restaurant ohne Namen.

Es gibt Thunfisch und Dorade als Fang des Tages. Das Restaurant wird von Jahr zu Jahr größer. Das ist schön. Unschön ist allerdings, dass ich das Gefühl habe, dass auch von Jahr zu Jahr die Preise steigen. Je Fisch möchte der gute Mann 25 Euro haben. Dazu noch etwas Alioli mit Brot, Wasser und Bier und man ist zu zweit schnell bei 70 Euro.

Es wird ganz schön kalt im Fish Shack, da das Restaurant genau an der Klippe liegt und der Wind direkt in die provisorisch eingerichtete zeltartige Unterkunft hinein pfeift. Nach unserem Mahl verabschieden wir uns und gehen noch ins nebenan gelegene Sa Punta. Dort gibt es heute zwei Cocktails zum Preis für zwei teure Cocktails. Also wie jeden Abend. Wir freuen uns darüber, dass die obere Etage mit Heizstrahlern ausgestattet ist und bestellen köstliche Kaltgetränke. Umgeben sind wir von Paaren und Familien mit Kindern. Die Atmosphäre ist als „pretty cozy“ zu bezeichnen, da überall fette Kissen umher liegen, die Beleuchtung irgendwas zwischen gedämmten rosa und orange leuchtet und der DJ entspannte House Musik spielt. Die Bedienung ist sehr nett, schnell und zuvorkommend. Nach zwei sehr leckeren Cocktails verlassen wir das Sa Punta, um wieder mit unserem Dinghi in die Bucht von Talamanca zu fahren, sodass wir kurze Zeit später wieder an der Tesoro ankommen.

Ich habe dem Wetterbericht nicht genügend Beachtung geschenkt, sodass der Wind die ergänze Nacht über direkt in die Bucht blies und wir somit hin und her geschüttelt werden. Das Ganze zwar moderat, aber dennoch latent nervig. Für Morgens um 4 habe ich infolge geistiger Umnachtung vor einer Woche noch eine Telefonkonferenz mit Australien vereinbart, sodass mich der Wecker um 3:50 aus dem Bett klingelt. Ich stehe auf, gehe ins Cockpit, telefoniere für eine Stunde mit meinen Arbeitskollegen aus Australien und gehe wieder ins Bett.

Mittwoch, der 30.5.2018 – von Talamanca nach Formentera

Am Morgen wackelt es immer noch ein wenig, jedoch ist der Wind mit ca. BFT3 überschaubar gross. Wir frühstücken im Cockpit und entscheiden uns rüber nach Formentera zu fahren. Von den nebenan gelegenen Fähren und Kreuzfahrtschiffen ziehen uns die Abgase um die Nasen, daher ist Talamanca ohnehin nicht einer der Besten Orte, um einen schönen Tag zu verbringen.

Um 12:30 geht es dann endlich los in Richtung Formentera. Da der Wind günstig steht, können wir mehr oder weniger direkt die Segel hissen und in Richtung Cala Pujols fahren. Drei Stunden später kommen wir dort dann auch an. Auf dem Weg dorthin sehen wir die weissen Sandstrände der langen Zunge von Formentera, vor der eine Menge Boote ankern. Auf der Ostseite der Insel, ist der Stress mit Posidonia überschaubar groß. Die Strände sind nahezu ausschließlich weiss und bieten somit einen perfekten Ankergrund. Nachdem wir an einer Superyacht vorbei fuhren, ankern wir direkt in Cala Pujols und geniessen das Wetter und eine Erfrischung im Meer. Zwei Stunden später fahren wir wieder etwas nördlich an den Playa de Llevant und ankern dort bei westlichen Winden an der östlichen Seite der Insel. Trotz BFT4 ist das Wasser extrem ruhig, da sich keine Welle direkt am Strand aufbauen kann. Mir gefällt das sehr gut, da ich ein wenig Panik davor hatte bei diesen Winden auf mehr oder weniger ungeschützter Fläche zu ankern. Der Wind kommt allerdings perfekt aus Westen, was sich laut Wettervorhersage auch nicht über Nacht ändern soll. Wir stehen mit dem Boot quasi direkt vor dem Beach Restaurant Tanga, welches allerdings schon geschlossen hat. Sandra bekam von einem Freund den Tipp, dass auf der gegenüber liegenden Seite der Insel das Restaurant Es Mali de Sal  sein soll, welches für seine Qualität bekannt sei. Ich habe noch eine Telefonkonferenz mit meinem Team, welche nach einer Stunde aber auch schon wieder vorbei ist.

Wir machen somit das Dinghi, welches mittlerweile den Namen Champ trägt, klar und ziehen uns um für einen Restaurant-Besuch. Übrigens haben wir den Plotter der Navigationseinheit bzw. den Autopiloten nach dem Namen des Katers von Sandra mit dem Namen Mex benannt, da dieser Kater blind ist. Wir fahren mit Champ (der wilde) in Richtung Strand und ich denke an meine letzte Erfahrung einer Dinghi-Strandfahrt, bei der ich mitsamt der Crew aufgrund einer extrem steilen Strandkante, an der sich die Wellen aufbäumten, kenterte. Wir kommen dieses Mal unbeschadet an Land, allerdings werde ich bis zu den Oberschenkeln nass. Da ich damit mehr oder weniger rechnete, habe ich mir eine Ersatz-Hose mitgenommen. Von nun an weiss ich, dass ich einfach immer Zweitsachen mitnehme, wenn es darum geht an einem Stand anzulanden. Es ist einfach unmöglich bei einigermaßen normaler Welle an einen Sandstrand trocken anzukommen. Wir ziehen das Dinghi an den Strand, machen alles fest und gehen – dem Sonnenuntergang entgegen – in Richtung Restaurant. Natürlich habe ich auf dem Weg zum Restaurant eine Menge Panikattacken. War ist wohl, wenn das Boot weg ist? Oder das Dinghi? Oder der Motor und die Paddel des Dinghis? Oder keine Luft mehr im Dinghi ist? Oder der Anker der Tesoro nicht hält? Sandra redet auf mich wie auf einen toten Gaul ein. Diese unbeschwerte Art von ihr mag ich sehr. Ich versuche alle Emotionen der Angst & Panik zu unterdrücken und gegen die tolle Atmosphäre zu tauschen. Wir gehen weiter und kommen gefühlt 20 Minuten später am Restaurant an. Mein mulmiges Gefühl bleibt natürlich.

Wer eine Nacht auf oder an Formentera verbringt, muss ein Abendessen in diesem Restaurant auf jeden Fall mitnehmen! Der Anblick des Sonnenuntergangs ist phänomenal. Ebenso das Essen und die Getränke. Wir bestellen uns jeweils einen Aperol Spritz und beobachten das bunte Treiben auf der Terrasse des Restaurants, auf der jemand mit einer Drohne hantiert. Bei BFT4 hätte ich es mich nicht getraut, jedoch steht seine MAVIC Drohne ziemlich fest in der Luft. Die Kommentare von Sandra über meine Angst die Drohne bei Wind steigen zu lassen warteten nich lange auf sich. Ich freue mich darüber, dass ich sehe, wie ein anderer beweisen kann, dass die Drohne stand hält und freue mich auf den nächsten Einsatz bei Wind. Wir bestellen eine Paella und beobachten einen armen Skipper, der auf seinem Dinghis vor dem Restaurant – natürlich bereits im Wasser – versucht seinen Außenborder anzuschalten. Wie ein Wahnsinniger zieht er erfolglos am Starter. Wir sind nun ja auf der westlichen Seite der Insel und sehen somit einen heftigen Seegang.

So wie es aussieht muss der Gute erst noch zum Steg, um dort Passagiere an Bord zu holen, damit er mit diesen zurück zum Boot fahren bzw. paddeln kann. Der Motor springt nicht an. Die Sonne kommt der Wasserkante immer näher. Er paddelt. Die Sonne erreicht die Wasserkante und im Restaurant spielen sie “Time to say goodbye”. Wir beobachten Sonne und Dinghi-Paddler zugleich. Mittlerweile hat er die zwei Gäste an Bord. Bei der Geschwindigkeit, die die Gruppe macht, würde es mindestens noch 30 Minuten dauern, bis sie zu einem der nahe gelegenen Boote kommen. Die Sonne versinkt. Das Lied neigte sich dem Ende zu. Draußen paddeln sie weiter. Als dann im Restaurant das Licht angeht, verlieren wir die Dinghi-Crew aus den Augen und hoffen das Beste für die Crew. Zum Dessert gibt es ein Schoko-Desaster, welches extrem lecker und kalorienreich ist. Wir zahlen und machen uns in der Dunkelheit auf den Weg zum Boot. Als wir auf der Hauptstraße ankommen, sprechen uns zwei Passanten an und fragen, wie man wohl an ein Taxi kommen könnte, woraufhin wir auf den nahegelegenen Taxistand verweisen. Sie fragen noch, wo denn unser Gefährt stehen würde. Wir verwiesen auf die leuchtende Mastspitze auf der anderen Seite der Insel, grinsen und gehen los. Verdammte Bootsfahrer.

Am Dinghi angekommen wird mir wieder Angst und Bange. In der Dunkelheit wirken diese kleinen Wellen alles andere als klein. Ich packe meine Hose in die wasserdichte Tasche, Sandra ins Dinghi und meinen ganzen Mut zusammen. Als es für einen Bruchteil einer Sekunde so aussieht, dass die Wellen kurz nachlassen würden, schiebe ich mit aller Kraft das Dinghi ins Wasser, starte blitzschnell den Motor und gebe Vollgas. In der Dunkelheit verliere ist kurz die Orientierung und sehe noch eben die gezogene Leine des Schwimmbereichs vorne am Dinghi vorbei ziehen, sodass ich mit voller Kraft den Motor aus dem Wasser ziehe. Nochmal Glück gehabt. Die Wellen lassen uns weitestgehend in Ruhe, sodass wir unbeschadet an der Tesoro ankommen. Was für ein Abenteuer. Wir leinen Champ an die Yacht an und gehen über die Badeplattform an Bord. Champ bleibt samt Motor im Wasser. Wir haben noch Zeit und Lust auf einen lauschigen Schluck Wein und geniessen die ruhige See. Es ist unglaublich schön. Obwohl der Wind mit guten 4BFT um uns herum saust, dieser aber von der anderen Seite von Formentera kommt und somit aus unserer Sicht ablandig war, stand die Yacht kerzengerade und da es so gut wie keine Wellen gibt, auch extrem ruhig. Wir gehen in unser Bett und schlafen relativ schnell ein. Über Nacht bleibt der Ankerwarner leise.

Donnerstag, der 31. Mai 2018 – von Formentera über Las Salinas in den Hafen von Ibiza

Ich wache auf und höre das Meer. Es scheint noch früh zu sein. Ich schaue bewusst nicht auf die Uhr. Wozu auch. Ich richte mich auf und nehme langsam und behutsam die Bettdecke von mir, ohne Sandra aufzuwecken. Die Augen fühlen sich ein wenig verklebt an, daher reibe ich etwas auf ihnen herum. Ich strecke meinen Oberkörper, ohne die Arme auszufahren was aufgrund des begrenzten Platzes eh nicht gegangen wäre. Ich drehe mich und schaue aus der vorderen Kabine in den Salon. Es rauscht um uns herum. Die Sonne erhellt den Innenraum der Teroso. Langsam winde ich mich aus dem Bett. Behutsam, ohne Sandra zu wecken. Drehe den unteren Teil meines Körpers langsam, bis die Beine über das Kopfteil hinaus ragen und langsam den Boden berühren. Ich stelle mich hin und gehe in den Salon. Dann steige ich die Stufen langsam hoch ins Cockpit. Vor mir eröffnet sich ein Bild, wie es nur die liebe Gott malen konnte. Ich lächele und freue mich. Ohne stehen zu bleiben gehe ich direkt von der Treppe weiter ein paar Schritte in Richtung Badeplattform, werde schneller und setze zu einem Sprung an. Ich springe. Ich erlebe, wie Sekundenbruchteile zu einem Dauererlebnis werden. Fliege hoch, platsche dann mit voller Wucht ins Wasser und sinke hinab. Es sprudelt um mich herum. Ich öffne die Augen und sehe in diesem türkisfarbenen Wasser alle möglichen Fische um mich herum. Langsam steige ich wieder an die Wasseroberfläche. Es sprudelt immer noch. Ich komme hoch. An der Wasseroberfläche angekommen fühle ich die Wärme der Sonne im Gesicht. Ich fühle mich wunderbar, schwimme etwas hin und her und steige dann über die Leiter auf die Badeplattform. Dort angekommen lege ich mich erst einmal hin und lasse mich von der Sonne küssen und zugleich trocknen. Es soll ein wundervoller Tag werden.

Nachdem ich wieder trocken bin, setze ich einen Kaffee auf und beginne damit die tägliche Ration Omelett Spezial zuzubereiten. Sandra wacht auf und bereitet den Frühstückstisch im Cockpit vor. Wir frühstücken und erfreuen uns an diesem tollen Morgen. Es fühlt sich so an, wie es einem in diesen Karibik-Feeling-Filmen verkauft wird. Nur in Echt. Ich kann dieses Gefühl zwar nicht festhalten, aber immer wieder abrufen. Diese Wärme, das türkisfarbene Wasser, die Fische um uns herum, diese leichte Brise und diese wunderbare Sonne. Das Ganze bei gefühlt warmen 26°C.

Noch im Vormittag lichten wir den Anker, setzen Segel und segeln in Richtung Ibiza. Die Tesoro läuft gut. Wir schalten Mex, den Autopiloten ein und gehen an den Bug des Schiffes. Wir hören nichts als die See, die gegen das Boot platscht. Diese unglaubliche Ruhe in Kombination mit Sonne, Fahrtwind und der Gewissheit, dass nichts und niemand hier stören kann ist eine überwältigende Kombination. Wir legen uns hin, öffnen eine kleine San Miguel und schliessen für ein paar Sekunden die Augen. Immer wieder platschen ein paar kleine Spritzer einer Welle auf unsere Haut und kühlen uns damit ein wenig ab. Fähren, Segelboote und Motoryachten fahren an uns vorbei. Für die Vorsaison ist schon jetzt eine Menge los. Es ist eintraumhafter, wenn nicht gar magischer Ort. Der weisse Sand des Strandes von Formentera liegt an unserer Backbordseite. Wir segeln Kurs 0°, da wir an S’Espalmator vorbei wollen, um dann Richtung Westen nach Las Salinas auf Ibiza wollen. Wir überlegen mehrfach, ob wir nicht nördlich an S’Espalmador vorbei fahren wollen, und den kleinen Pfad “Freu Petit” nehmen sollen, entscheiden uns dann aber für den sicheren Weg südlich von S’Espalmador vorbei, welcher entsprechend ausgetonnt ist. Das dauert zwar länger, aber wir können eine Grundberührung ausschliessen. Mehr über “Freu Petit” an anderer Stelle.

Wir segeln auf den Strandabschnitt mit dem wunderbaren Namen Las Salinas zu. Dieser wunderbaren Landzunge mit Standbars wie Jockey Club, das Malibu, Beso Beach und Sa Trinxa. Dort angekommen sehen wir neben den Strandbars und einer Menge Menschen auch eine Menge Boote, die auf sandigem Meeresgrund ankern. Neben diesen Booten sehen wir vor allem eines nicht. Weiteren sandigen Meeresgrund für unseren Anker. Las Salinas hat eine Menge Posidonia vor dem Strand, daher sieht es an diesem Strand auch immer so aus, als wären eine Menge alter Algen angespült worden. Insbesondere, wenn der Wind eher aus südwestlichen Richtungen kommt. Also so, wie es so gut wie immer ist. Mehr über Posidonia im Übrigen in einem gesonderten Post.

Wir schippern um die Boote herum und finden einen, wie wir finden passenden Platz. Es ist ziemlich eng und die Skipper um uns herum rümpfen etwas die Nase. Ich drehe in den Wind, Sandra wirft den Anker aus und ich setze, nachdem genug Kette hinausgelegt war, zur Rückwärtsfahrt an. Der Anker hält und die finale Position scheint nicht so schlecht. Wie bei jedem Ankern habe ich das Gefühl, dass wir an fast jeder Seite zu nah an den anderen Booten sind, jedoch ist der “Parkplatz” hier nun mal ziemlich eng. Wie immer macht mir Sandra insofern Mut und sagt, dass schon nichts passieren wird, während mir die ganzen Bilder von ineinander gekrachten Yachten aus Facebook vor den Augen tanzen (Notiz an mich selbst: Diese Gruppen de-abonnieren).

Da sind wir nun. Las Salinas. Wir holen eine kleine Coronita aus dem Kühlschrank und geniessen das Wetter, den Blick, das türkisfarbene Wasser, die Ruhe und Gelassenheit des Tages. Ich beobachte einen Skipper, der gerade dabei ist, seinen Außenborder zu beschimpfen, da dieser offensichtlich nicht anspringen will. Mit meinem gebrochenen Spanisch (Notiz an mich selbst: endlich Spanisch lernen!!! Und noch ein!) versuche ich ihn zu fragen, ob er Hilfe benötigen würde. Er lehnt ab und erklärt, dass sein Kumpel drei Boote weiter ihm gleich Sprit bringen würde.

Also lassen wir Champ zu Wasser und basteln meinen heiss geliebten Außenborder ans Dinghi. Sicherheitshalber packen wir auch die Paddel ein. In den wasserdichten Sack packen wir noch zwei Corona, zwei Handtücher, Geld, Telefone und natürlich Sonnencreme. Gefühlt eine Stunde später kommen wir dann auch endlich los. Vollgas. Auf dem Weg begegnen wir einer Crew im Dinghi, bei der der Skipper paddelt. Außenborder ausgefallen (Notiz an mich selbst: Sollte ich nicht in leichten, zugleich Leistungsstarken und immer funktionierenden Außenbordern machen?!).

Ich frage, ob wir deren Dinghi mit an Land ziehen sollen. Er winkt ab, wohl aus Angst, dass ich 50% seines Dinghis dann mein Eigen nennen könnte. Also weiter. Kurz vor dem Strand fahren wir durch eine kleine Menge abgestorbener Posidonia und kommen direkt vor dem Jockey Club an. Champ ziehen wir an Land, nehmen den Unterbrecherschnupbsi mit und gehen in den Jockey Club.

Ich war noch nie vorher im Jockey Club und bin sofort begeistert, sodass sich alle Haare auf den Armen hoch stellen. Die Musik ist genau richtig. Der Sound der Funktion-One Lautsprecher ist überragend. Die Menschen wuseln sich zwischen den Tischen, die teils verrückt anmutenden Bedienungen lächeln und tanzen um die Tische. Die Sonne scheint durch das geöffnete Dach. Von dort aus kann man perfekt das Treiben am Strand beobachten. Der perfekte Ort an diesem Tag, um einen kleinen Snack zu essen. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und ich gehe kurz ums Eck. Als ich wiederkomme, hat Sandra bereits fürs Wesentliche gesorgt. Wir stoßen an und geniessen die Umgebung. Danach suchen wir uns etwas zu essen aus und bestellen. Wir bleiben noch etwas länger, da es uns hier sehr gut gefällt. Außerdem macht es sehr viel Spaß die Gruppen zu beobachten, die sich bedienen lassen und offensichtlich ebenfalls den Charme dieses Etablissements geniessen.

Wir zahlen und gehen wieder in Richtung Champ, da wir noch nach Eivissa wollen. Sandra setzt sich direkt ins Dinghi, während ich sie ins Wasser ziehe. An geeigneter Stelle springe ich ebenfalls ins Boot, starte den Motor und fahre los. Weiter hinten sehen wir eine große Motoryacht ankommen, die gerade versucht einen passenden Ankeruntergrund zu finden. Nachdem wir zurück an der Teroso sind, laden wir Champ an Bord und zurren ihn fest. Wir klappen die Badeplattform hoch, starten den Motor, holen den Anker ein und fahren raus aus der kleinen Bucht in Richtung S’Espalmador.

Da wir dieses Mal keine Lust haben wieder um S’Espalmador herum zu fahren, entscheiden wir uns dazu die kleine Schneise genannt “Petit Freu” zu nehmen. Laut Seekarte liegt die Wassertiefe bei 4 Metern. Die Teroso hat angeblich einen Tiefgang von 1,80m, sodass alles passen sollte, aber woher soll ich wissen, ob da nicht doch ein paar Steine liegen, oder nicht doch etwas Sand vertrieben wurde. Wir wagen es trotz aller Gefahren und nähern uns Petit Freu. Ich kuppele aus. Wir besprechen die Situation und entschliessen uns hier nun durch zu fahren, da wir wahrscheinlich ohnehin noch ein paar Mal hin und her fahren würden und nicht immer um S’Espalmador herum fahren wollen. Sandra geht noch vorne, um zu schauen, ob es irgendwelche auffälligen Steine gibt. Ich kuppele wieder ein und fahre mit Standgas in die kleine Schneise. Das Lot zeigt 2m, da es so eingestellt ist, dass es die Tiefe unter dem Kiel anzeigt. Wir fahren hindurch. Für ein paar Sekunden zeit das Lot 1,7m an, geht dann aber wieder auf 2 bis 3 Meter. Petit Freu ist extrem spannend anzusehen, da es direkt neben dem Felsen S’Espalmador liegt. Somit hat man den Felsen zur Seite, Türkises Wasser, Sand unter einem und eben sehr flaches Wasser. Wir sind durch den Kanal durch und ich beschleunige wieder etwas. Auf der Online-Karte von Navionics hinterlasse ich noch schnell einen Eintrag, um die Tiefe zu bestätigen.

Wir fahren in Richtung Eivissa. Langsam legen wir die Fender aus und und machen unsere Festmacher klar. Sandra holt den Marinaführer von Martin Muth, damit wir uns orientieren können. Durch vorherige Einfahrten kenne ich die Marina Nueve Ibiza ganz gut, also funken wir diese als erste an. Parallel hören wir einen offensichtlich deutschen Skipper mit Club Nautico funken. Nach Anmeldung verkündet uns Nueve Ibiza, dass sie voll seien. Ich frage per Funk bei dem anderen Skipper, wo er denn nun unter kommt und er sagt, dass er den letzten Platz im Club Nautico bekommen hat. Also versuche ich es mal bei Marina Ibiza. Ich habe Glück, da ich dort sofort einen Liegeplatz zugewiesen bekomme. Wir fahren am Lio und Cappuchino vorbei, um unseren Platz im hinteren Bereich zu bekommen. Wir haben einen Liegeplatz neben einem Motorboot, dessen Bordwand ungefähr einem Meter über unserer Reling ragt, daher packen wir mal viele Fender nach Steuerbord und hängen sie so hoch es geht auf. Als Stromanschluss gibt es genau eine 63A Dose, die ich aber erst einmal übersehen habe und daher dem Marinero sagte, dass wir keine weitere Hilfe mehr benötigen würden. Weit gefehlt.

Ab ins Marina-Büro

Ich gehe erst einmal ins Büro, um zu bezahlen. Die Dame am Counter nimmt alle Informationen auf und bittet mich um 120,- € für die Nacht. Ich schlucke, werde wohl rot, aber habe wohl keine andere Wahl, als meine Karte in das Lesegerät zu stecken. Ich bitte noch im eine Karte für die Dusche, wie auch darum, dass der Marinero einen Adapter für den Stromanschluss vorbei bringt. Ich bin so etwas wie stink-en-sau-er. 120 Tacken sind ziemlich viel für einen Parkplatz im Wasser. Zugegeben, bei der Marina auf Ibiza, die in diesem Jahr gemäß STERN und BILD als teuerste Marina Europas eingestuft wurde, habe ich nun keinen kleinen Euro erwartet, aber der Kurs hat mich aus den Socken gehauen. Vorbei an Cappuccino, Lio, teuren Yachten und teuren Boutiquen gehe ich zurück zum Schiff. Sandra hat schon mal alles klar gemacht und sich für die Dusche vorbereitet. Ich gebe Ihr die Karte. Nachdem sie weg ist, drehe ich die Musik laut und befreie das Boot von der Salzkruste der letzten Tage mit viel Wasser und Schrubber.

Als Sandra wiederkommt, bin ich fast fertig. Ich fülle noch kurz die Wassertanks wieder auf. Währenddessen taucht auch endlich der Marinero auf und übergibt mir den Stromadapter, für den er noch einmal 100 Euro Kaution haben möchte. Ein Schnäppchen, welches zur Schnappatmung aufruft.

Nachdem ich mich noch einmal aufgeregt habe und die Wassertanks auch endlich gefüllt sind, gehe ich unter Deck, um meine Duschtasche zu packen. Sodann laufe ich in Richtung Duschen, welche sauber und komfortabel ausgestattet sind. Fließendes Dauerwasser kann dann doch mal sehr schön sein. Nachdem ich fertig bin, gehe ich wieder zurück zum Schiff, wo mich Sandra dankenswerterweise bereits mit einer Coronita begrüßt. So kann der Abend beginnen.

Unsere Freunde Peter und Gina sind im Laufe des Tages ebenfalls auf Ibiza gelandet und haben sich im Nachmittag mit uns für den Abend verabredet. Wir lotsen die beiden zu unserem Boot, zeigen kurz unser frisch gereinigtes Prachtstück und machen uns dann vom Steg auf in die Stadt von Eivissa. Es ist ein herrlich warmer Abend, daher macht uns der Weg herzlich wenig aus. Uns begegnet ein Pärchen, welches nach dem Weg zum Leuchtturm fragt, den wir ihnen dann auch zeigen.

Wir bleiben im Bereich des Hafens, an dem man – gegenüber unserer Yacht – an jeder Menge Bars halt machen kann und entscheiden uns final für das Number 5 Ibiza. Vorher schauen wir uns noch ein paar der riesigen Yachten an, welche im Hafenbecken liegen.

Wir bestellen eine große Sangria und für die Damen eine Shisha. Nachdem die Sangria ausgetrunken ist, bestellen wir noch eine Runde Caipis, weil es mal wieder zu lecker war. Der Abend war in diesem Laden richtig schön und wir gehen wieder langsam zurück zum Boot. Peter und Gina fahren zurück zu ihrem Hotel nach Santa Eulalia, Sandra und ich gehen langsam ins Bett.

Hier geht es zum zweiten Teil des Törnbericht.

 

 

Von |1. August 2018|Sailingblog|0 Kommentare

Über den Autor:

Geboren in der kleinen Stadt Datteln, aufgewachsen in der ebenso kleinen Stadt Waltrop hat es mich schnell in die große weite Welt gezogen. Irgendwo zwischen Dortmund, Ibiza und San Francisco bin ich hängen geblieben. Mein Herz hat sicher seine Aufhängung an allen drei Städten, da alle für mich ihren besonderen Charme haben.

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